3300 Meter über dem Meeresspiegel

Zerrissene Erde durch erkaltete Lavaströme
Zerrissene Erde durch erkaltete Lavaströme

Es hat geklappt! ? Der Etna war uns gewogen (wahrscheinlich weil wir kurz nach 6 Uhr aufgestanden sind) und hat sich heute im Sonnenschein präsentiert.

Schon die Anfahrt, mal abgesehen von den 18 km Autobahn, war spektakulär. Du startest quasi bei Null und kommst von der Autobahn. Anschließend hangelst du dich durch Ortschaften über schlechte Straßen so auf 500-600 m und dann beginnt es . Eine traumhafte Straße, mit tollen Kehren schlängelt sich durch eine atemberaubende Landschaft.

Die Erde links und rechts der Straße ist aufgebrochen, immer wieder erkaltete Lavaströme, aber überall kommen Gräser, Büsche und Blüten hervor. Dazu kommt die an ein Flugzeug erinnernde Aussicht auf die Wolken von oben. Dann reißt es auf und der Blick reicht bis zur Küste. Und das Allerbeste … wir waren ganz alleine ohne störende Autos und Busse ?.

An der Talstation der Seilbahn auf 1.900 m Höhe angekommen galt es erstmal einen Platz in der Tour zum Gipfel zu ergattern. Die Tourguides statteten uns dann noch mit anderen Schuhen und Helmen aus.

Dann ging es los, mit der Seilbahn auf 2.500 und anschließend mit großen Jeeps auf 2.900 m. Da war es echt kalt und windig. Unsere Steppjacken, 2016 auf der Fähre nach Oslo erworben, konnten alle ihre Qualitäten ausspielen. Von da aus ging es zu Fuß weiter, die letzten 400 Höhenmeter rauf. Möglichst immer in einer Reihe stiegen wir über Lava-, Schnee- und Eruptionsfelder langsam dem Gipfel entgegen.

Irgendwann kamen wir dann in den Bereich, wo dir alles abfriert. Schneidend kalter Wind (weil er über die Schneefelder streicht) und dann natürlich die Höhe von 3.300 Metern. Da oben hat es -6 Grad und man merkt schon ein wenig, dass die Luft dünner wird. In unserer Gruppe waren auch zwei Leute mit kurzer Hose (hallo Lasse ?) unterwegs. Deren Knie sahen ganz schön blau aus ?.

Oben angekommen kratzte einen der schweflige Rauch ganz schön im Hals und löste so den einen oder anderen Husten aus. Aber die Aussicht war phantastisch.

Es ging dann weiter am Kraterrand entlang, gelbe Schwefelablagerungen bestimmten das Bild. Klar es roch etwas nach faulen Eiern, aber ich fand eher wenig. Das hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Noch ein paar Ausblicke und der Abstieg lag vor uns. Einige taten sich echt schwer, aber eigentlich könnte man die Abhänge mit lockerer Eruptionslava ganz prima runterlaufen, nur immer entspannt bleiben und die Hacken zuerst aufsetzen.

Nach einer Vesperpause auf ca. 3.000 m, ging es weiter runter bis zur Seilbahn. Die beförderte uns dann wieder bis zu unseren Mopeds. Und dann durften wir auch noch diese wunderschöne Straße zurück fahren ?.

Schnell noch etwas einkaufen, zurück zum CP, Pastis trinken, duschen gehen, Gemüse schneiden, kochen und abwaschen. Hermann hat viel zu tun ?, ich hingegen war einkaufen und bin natürlich auch zum CP gefahren, habe Pastis getrunken, mit dem Nachbarn geschwätzt, duschen gegangen, hab lecker gegessen, was Hermann gekocht hat und nun schreibe ich am Blog, während er abwäscht.

Ein echtes Highlight, dieser Tag ?.

Blick bis zur Hafenstadt Catania
Blick bis zur Hafenstadt Catania

Ein Kommentar zu “3300 Meter über dem Meeresspiegel

  1. Ein Glück, dass ihr gerade und auch an diesem Tag so ein schönes Wetter hattet. Super liest sich das – man erkennt, dass dieser Tag ganz offensichtlich ein Highlight-Tag war.
    Schön ge- und beschrieben – vorallem aber auch der letzte Absatz – der arme Hermann ;-))

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