Ein schöner Reisetag

Ich fange erstmal mit der Nacht an. Etliche Gewitter mit ergiebigen Regenfällen zogen über den Ort hinweg. Wie schön, dass völlig entspannt aus dem trockenen Bett heraus zu verfolgen 😉, … obwohl Gewitter im Zelt hat auch was 😁.

Am Morgen war es zwar bedeckt aber trocken. Zeit für Vera‘s tolles Frühstück. Wie gestern schon angekündigt, bekamen wir eine Blätterteigschnecke mit Käsefüllung. Sehr lecker, aber auch sehr mächtig, dazu selbst gebackenes Brot und die ganzen anderen Beilagen. Die Hälfte der Schnecke haben wir eingepackt, die gibt es heute Abend 😉😁.

Der erste Anlaufpunkt heute war die Tara-Bridge, eine Stahlbeton-Bogenbrücke, ungefähr 25 km entfernt. Sie wurde 1940 für den Verkehr freigegeben, 1942 sprengten dann Partisanen einen Bogen der Brücke, und 1946 wurde sie wieder aufgebaut. Sie überspannt mit mehreren Bögen die Tara-Schlucht, etwa 150 m über dem Flußlauf. An beiden Seiten der Schlucht haben sich Souvenierläden und Zip-Line-Betreiber angesiedelt.

Weiter ging es auf der schön kurvigen Strasse, der Tara folgend, nach Mojkocac. Die Strasse erforderte viel Aufmerksamkeit. Neben den obligatorischen Schlaglöcher und Unebenheiten (hielt sich in Grenzen) hatten die starken Regenfälle der Nacht einigen Unrat und vor allem auch diverse Steine auf die Strasse befördert. Diese hatten manchmal schon etwas größere Ausmaße (Fussballgrösse) und eine Kollision schien nicht ratsam 😉😂.


Schlucht des Morača an der M2 Richtung Podgorica
Schlucht des Morača an der M2 Richtung Podgorica


Bei Mojkovac schwenkten wir ein auf die M2 in Richtung Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Bei der Planung hatten wir überlegt, die als „groß“ in der Karte markierte Strasse zu meiden und stattdessen eine kleine Nebenroute zu nehmen. Letztendlich haben wir uns dagegen entschieden und das erwies sich jetzt als goldrichtig. Auch diese Strasse folgte zunächst der Tara, war zweispurig mit gutem Asphalt und an diesem Samstag nur wenig befahren. Es war wirklich gut zu fahren 😍. Bei Kolašin verließen wir die Tara, um kurz darauf dem Tal der Morača zu folgen.



Cappuccino-Pause in Tuzi
Cappuccino-Pause in Tuzi

Die Landschaft ist schön grün, die Apfelbäume blühen und es wird wärmer. Kurz vor Podgorica erreichen wir die 30 Grad 😅 und wir bogen ab in Richtung albanische Grenze. In Tuzi legten wir noch eine Kaffeepause ein, bevor wir uns in ein weiteres unbekanntes Land aufmachten. 


Albanien war lange Jahre vollkommen abgeschottet, nach dem Bruch mit der Sowjetunion 1961, kam es zu einer Annäherung an China, aber unter dem 1985 verstorbenen Diktator Enver Hoxha (vormals Partisan), isolierte sich das Land völlig. Im Jahr 1990 wurde das nachfolgende kommunistische Regime gestürzt, eine Massenauswanderung begann und seitdem versucht Albanien sich in Richtung Europa zu entwickeln. Aktuell ist es EU-Beitrittskandidat.

Bis zur montenegrinischen Grenze war es ein perfekter Tourentag, dann fing es an ein wenig zu haken 😂. Vor uns an der Grenze standen ein paar Autos, jede Abfertigung dauerte 3-4 Minuten, bis dann das Auto vor uns dran war 😬. Insgesamt waren vier Abfertigungen geöffnet, in jede Richtung 2, aber nix ging mehr. Der Grenzer vom albanischen Grenzposten, etwa 100 m weiter, kam und erkundigte sich, was denn los wäre. Dann kam jemand mit mehreren dicken Büchern, sahen ein wenig aus wie Kassenbücher, die er in den Häuschen verteilte.

Grenzstation Montenegro/Albanien am Skutarisee
Grenzstation Montenegro/Albanien am Skutarisee

Wir standen mittlerweile seit 20 Minuten dort 🤦‍♀️, die Sonne war inzwischen verschwunden und Gewitterwolken zogen aus den Bergen herab. Nun ging es weiter und ich bekam einen Eintrag in das dicke Buch der Grenzer 😂😎, als Hermann dran war, funktionierte der Computer wieder, … sehr zu seinem Leidwesen.

Im nächsten größeren Ort haben wir dann ein Einkaufszentrum 🤔, sieht irgendwie anders aus, als bei uns, angesteuert. Wir brauchen Datenkarten für die Handys und natürlich einheimische Währung. Na das wir ja eine Rechnerei, … 1 Euro sind 120 Lek, überall, wo es touristisch ist können wir wohl in Euro bezahlen, aber im Inland und in den Bergen wird das wohl schwierig. Aber das finden wir schon raus. 

Den CP bei Shkoder haben wir jedenfalls problemlos gefunden, 95% der Gäste stammen aus Deutschland, viele haben kleine Kinder oder Off-Road- Fahrzeuge (fette Teile jenseits der 250 k€). Nachdem wir Zelt und Tarp aufgebaut hatten, stellten wir fest, das der Boden auf dem Stellplatz mit stacheligen Pflanzen übersät war. Nicht gut für unsere Matten, also zogen wir nochmal um 😅😅😅.  Aber ansonsten ist es schön hier und wir werden 2-3 Nächte bleiben 😊.

CP nahe Shkodër
CP nahe Shkodër

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