Mit Freunden in der Toskana

Da der Herbst sich mit kühlen Temperaturen und nassem Wetter in den Gemütern breitmachte, schien eine Camper-Tour mit Freunden in die sonnige Toskana genau das Richtige zu sein. Da jeder einen unterschiedlichen Anfahrplan hatte, war der Sammelpunkt auf dem Camping Boschetto di Piemma bei San Gimignano.

Freitag – 17. Oktober 2025

Nachdem die letzten Habseligkeiten im Camper verstaut waren, ging es über die A7 Richtung Süddeutschland. Da wir keine schulpflichtigen Kinder mehr haben, fehlte uns der Blick auf das Thema Schulferien. Natürlich war der 17.10. genau ein Tag Mitten drin. Hessen und andere hatten Ende der Ferien, Niedersachsen und andere waren mitten drin und Hamburg, Berlin und andere waren vor dem Ferienstart. Dazu kam der übliche Freitags-Verkehr und schon war es eine Gemengelage für diverse Staus.

Ausblick vom Hotel "das flex allgäu" bei Dietmannsried
Ausblick vom Hotel „das flex allgäu“ bei Dietmannsried

Wir sahen uns schon tief in der Nacht in unserem Hotel ankommen. Aber entgegen aller Erwartungen kamen wir gut durch und erreichten unser Hotel „das flex allgäu“ bei Dietmannsried am späten Nachmittag.

Das Hotel hatte den Charakter eines Designer-Hotel. War zweckmäßig strukturiert und unser Zimmer war eher klein, aber funktional und hatte alles was wir brauchten. Die große Fensterfront mit Blick gen Osten bot am nächsten Morgen einen Sonnenaufgang über dunstverhangene Wiesen. Hatte schon etwas.

Am Abend gingen wir in den Ort Dietmannsried auf der Suche nach einem Restaurant. Einen Italiener fanden wir in einem ehemaligen Gasthof, dessen Außenfassade schon etwas abgewirtschaftet aussah. Hoffentlich ist die Pizza besser als der äußere Eindruck. Doch der Eindruck täuschte. Die Pizzeria war proppenvoll, so dass wir warten mussten bis wir einen Platz bekamen. Der Service war flott und die ausgewählte Pizza war frisch, dünn, knackig und lecker belegt. Leicht beschwingt traten wir den Rückweg zum Hotel an. Es war gut noch ein paar mehr Schritte zu machen.


Samstag – 18. Oktober 2025
Nachmittag am Camping Il Boschetto di Piemma bei San Gimignano
Nachmittag am Camping Il Boschetto di Piemma bei San Gimignano

Die Weiterfahrt bis zum Grenzübergang Füssen nach Österreich war ereignislos. Wir folgenden der Navigation-Empfehlung und fuhren die Route über den Fernpass. Ist immer ein Nadelöhr, aber ein Blick auf die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg mit 2.962 m, hat ja auch etwas. Wie schnell sich ein langer Stau entwickeln kann, war auf der Gegenseite zu sehen, als ein LKW auf dem zweispurigen Teil des Passes liegen bliebt. Schnell war der Stau kilometerlang.

Ab Innsbruck fädelten wir uns in die Brenner-Autobahn ein. Die Strecke ist eine gigantische Großbaustelle und erforderte bei dem trüben und regnerischen Wetter schon eine Portion Aufmerksamkeit. Auf der italienischen Seite des Brenners entspannte sich die Verkehrs- und Wettersituation und ab Bozen zeigte sich zunehmend die Sonne. Westlich an Verona vorbei und ab Bologna in Richtung Florenz, so erreichten wir am Nachmittag unseren CampingplatzBoschetto di Piemma bei San Gimignano.
Nachdem Checkin und der Stellplatzsuche (der Platz hatte schon ein paar Ebenen und versteckte Winkel) gönnten wir noch ein Plätzchen in der Sonne und genossen der Blick auf die toskanische Landschaft.


Sonntag – 19. Oktober 2025

Für heute stand der Besuch von San Gimignano an. Vom CP bis zur Porta San Giovanni, dem Haupttor in die Stadt, sind es genau 2,2 km. Ein schöner Fußmarsch auf einem gut ausgebauten Fußweg. Und die ganze Zeit bot sich uns ein Panoramablick auf die typische Silhouette von San Gimignano. Da heute Sonntag war und das Wetter sehr freundlich, nutzen viele Touristen den Tag für einen Besuch der historischen Stadt. Entsprechend war das Gedränge in den Straßen und Gassen.

Typische Silhouette von San Gimignano
Typische Silhouette von San Gimignano

Die Stadt lebt von ihrem historischen Erbe der Geschlechtertürme. Die Ursprünge der Türme gehen bis auf das 11. Jahrh. zurück, deren Bauweise die Wohn- und Verteidigungszwecke verband und in Oberitalien seine Blüte hatte. Da sich nur reiche Bewohner solch eine Bauweise leisten konnten, entwickelte sich im Laufe der Zeit ein repräsentativer Charakter der Türme. In vielen Städten Norditaliens sind sie heute aus dem Stadtbild verschwunden, bis auf wenige Städte, wie Bologna und am bekanntesten San Gimignano. Auch hier sind von den ursprünglich 72 Türmen noch 15 erhalten. Die beiden höchsten Türme, um 1300 erbaut, sind der Torre Grossa und der Torre della Rognosa, und weisen eine Höhe von 54 bzw. 51 Metern auf. Das Türme bauen verschwand im Laufe des 13./14. Jahrh. aus den Städten. Die reichen Kaufmanns-Geschlechter bauten mehr in die Fläche, statt Türme gab es große Palazzi.

Dass das „Manhattan des Mittelalters“ vom Tourismus lebt ist Angesicht dieser einmaligen Architektur verständlich. Zudem ist der historische Stadtkern ist seit dem Jahr 1990 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Schätzungen gehen von 2-3 Millionen Besucher pro Jahr aus – bei nur knapp 7.500 Einwohnern.

Wir bummelten durch die Gassen, ließen uns von den historischen Gebäuden und Türmen beeindrucken und verweilten immer wieder an Läden, die lokales Kunsthandwerk präsentierten oder lokale Delikatessen darboten. Wieder am CP angekommen, erreichten gerade unsere Freunde Tina & Thorsten den Platz.


Montag – 20. Oktober 2025

Das Wetter zeigte sich heute nicht von der optimalen Seite, so dass wir den Vormittag am Platz verbrachten. Am Nachmittag klarte es etwas auf und wir entschlossen uns zu einer Wanderung durch die Hügel der Region. Dabei gingen wir ein Stück auf der Via Francigena (oder auch Frankenweg genannt), einer Fernstraße, auf der Pilger im frühen Mittelalter aus dem Frankenreich oder England nach Rom zur Grabstätte der Apostel Petrus und Paulus wanderten. Der Weg ging direkt am CP entlang und hin- und wieder waren Wandergruppen zu sehen, die das Teilstück von San Gimignano bis nach Colle di Val d`Elsa oder bis nach Siena fest im Blick hatten. Für uns reichte der Weg durch die Weinberge um rechtzeitig für eine Tasse Kaffee wieder am CP zu sein.


Dienstag – 21. Oktober 2025
Das mittelalterliche Monteriggioni
Das mittelalterliche Monteriggioni

Da heute noch unsere Freunde Rüdiger & Barbara ankommen wollten, ging es für uns vier mit einem Camper zu der Gemeinde Monteriggioni. Der Ort liegt auf dem Berg Monte Ala, knapp 300 hoch, und wird von einer noch heute erhaltenen Stadtmauer von etwa 2 Metern Breite und 570 m Länge mit Wehrgang und 14 Türmen umgeben. Durch zwei Stadttore kann man den kreisrunden Ort mit einem Durchmesser von gut 170 Metern betreten. Früher spielte die Gemeinde eine strategische Rolle bei der Auseinandersetzung zwischen Florenz und Siena um die Vorherrschaft in der Toskana. Heute scheint die Zeit stillzustehen, wenn man durch ein Tor tritt. Alte Häuser, der Marktplatz mit der Kirche und gemütliche Lokale laden zum Verweilen ein. Leider verwehrte uns das Wetter entspannte Momente bei einem Cappuccino, aber es ist ein Ort, bei dem sich ein Halt lohnt, wenn man in der Gegend ist.


Mittwoch – 22. Oktober 2025
Kreuzgang des Klosters Abbazia di Monteoliveto minore
Kreuzgang des Klosters Abbazia di Monteoliveto minore

Da seid gestern Abend unsere Reisegruppe 😉vollzählig ist, ging es heute zur großen Besichtigung nach San Gimignano. Auf dem Weg machten wir auf der Hälfte des Weges noch Halt bei einem Kloster, dem Abbazia di Monteoliveto minore. Recht unscheinbar von außen, aber von innen eine auffällige Klosterkirche und ein beeindruckender Kreuzgang.

Auf dem Weg nach San Gimignano lag die Stadt im morgendlichen Dunst, was ihr eine beinahe mystische Ausstrahlung verlieh. Im historischen Stadtkern angekommen, kümmerten wir uns um die Besteigung des „Torre Grossa“. Mit seinen 54 Metern ist er der höchste Turm San Gimignano. Dazu gehörte noch die Besichtigung des Doms und des Museums im alten Rathaus. Zwischendurch durfte eine Portion Eis von der weltbesten Eisdiele nicht fehlen. Die Auswahl war schon exotisch, aber die Verzückung über den Geschmack hielt sich in Grenzen.

Am frühen Abend gingen wir noch zu einem Weingut, nur einen Steinwurf vom CP entfernt, verkosteten ein paar Tropfen und kauften ein paar Flaschen für einen gemütlichen Abend in unserem Zuhause.


Donnerstag – 23. Oktober 2025

Für heute ging es mit der öffentlichen Buslinie von San Gimignano nach Poggibonsi, einer Kleinstadt ca. 15 km östlich von San Gimignano. Unser Ziel war die Besichtigung der Fortezza di Poggio Imperiale, einer Festungsanlage aus dem 15 Jahrh., die über der Stadt thront. Die Anlage liegt am Rand der Stadt und ist umgeben von einer Parklandschaft. Eine kleine Wanderung tat uns gut und führte uns durch einen archäologischen Park mit einem rekonstruierten Dorf aus der fränkischen Zeit des 9.-10. Jahrh. Zurück in der der Stadt bummelten wir durch den alten Stadtkern mit seinen verwinkelten Gassen, aber so richtig beeindruckend hat es uns nicht. Man merkt dem Stadtbild schon an, dass der Ort ein wichtiger Industriestandort ist. Und so wie wir gekommen sind, so ging es auch zurück nach San Gimignano, mit viel Geschaukel und Gerüttel in einem Bus.


Freitag – 24. Oktober 2025

Mit zwei Campern ging es heute nach Volterra. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten Gegenden der Toskana. Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, deren Anfänge bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. reichen. Auf einem 550 Meter hohen Bergrücken gelegen, thront die Stadt über einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft, die ihr und der gesamten Umgebung einen unverwechselbaren Charme verleiht. In der Altstadt begegnet man zahlreichen historischen Bauwerken – vom Rathaus aus dem Jahr 1208, dem ältesten erhaltenen der Toskana, bis zur Kathedrale Santa Maria Assunta. In den engen Gassen fallen zudem die vielen Alabaster-Auslagen ins Auge, die Volterras Ruf als Zentrum der Alabasterverarbeitung eindrucksvoll bestätigen.

Den eindrucksvollen Tag beendeten wir im CP-Restaurant mit lokalen Gerichten und mit einem guten Tropfen aus der Region. Für morgen war die Weiterfahrt an die Ligurische Küste geplant.


Samstag – 25. Oktober 2025

Der Tag heute war ein Transfertag, vom Zentrum der Toskana an die Ligurische Küste, in den Ort Sestri Levante. Wir wählten eher die Fernstraßen, da wir unserem Zielort zeitig erreichen wollten. Im Ort Brugnato, nahe La Spezia, legten wir eine Pause ein. Da das Wetter sehr wechselhaft war, passte die Regepause zu unserem Halt. Ein Bummel durch den Ort überraschte uns mit seinem alten und auffällig restaurierten Ortskern. In einem von außen unscheinbarem Café erstaunte uns die sehr warme, einladende Atmosphäre. Das Ambiente wirkte mit seinen abgenutzten Möbeln nicht altbacken, sondern sondern authentisch – und gerade dadurch seinen ganz eigenen Charme entfaltet.

Im Ort Sestri Levante überraschte uns die Zufahrt zum SantAnna Camping al Mare – sehr schmal und verwinkelt. Der Platz ist umgeben von Felswänden und wirkt wie in einem Kessel. Die Größe ist sehr überschaubar, aber unsere reservierten Plätze waren okay. Für das Abendessen brachten wir unsere „Taschengrills“ Marke SKOTTI auf Temperatur und ließen es uns bei Speis & Trank gut gehen.


Sonntag – 26. Oktober 2025

Der Monte Castello ist ein 266 Meter Berg in der Nähe von Sestri Levante und lud damit zu einer Wanderung ein. Vom CP ging es an der Strandpromenade Richtung Hafen. An einem Strandabschnitt verweilten wir bei einem Paddelwettbewerb für Kinder und Jugendliche. Viele begeisterte Fans feuerten ihren Favoriten lautstark an. War schon ein interessantes Spektakel.

Der Aufstieg zum Berg war gut ausgeschildert und da heute ein sonniger Sonntag war, zog es jede Menge wanderfreudige Italiener zum Gipfel. Immer wieder hatte man einen schönen Ausblick auf die Küste und Sestri Levante. Oben angekommen, waren wir natürlich nicht alleine. Erstaunlich war nur, mit wieviel Proviant die italienischen Gruppen und Familien zum Gipfel aufgestiegen sind. Es wird verständlich mit dem Hintergrund, dass das Sonntagsessen, das Pranzo della Domenica, eine Institution ist und sich oft über Stunden hinweg zieht, mit entsprechend vielen Gängen.

Auf dem Rückweg kehrten wir noch in einem Café ein, einem „Dolcemente“. Frei interpretiert würde man es als Tortenbäcker bezeichnen. Es sind mehr Törtchen, sanft, fluffig und kunstvoll arrangiert. Es war schon ein Genuss. Nach gut 12 km und knapp 400 Höhenmeter kamen wir am CP an.


Montag – 27. Oktober 2025

Nachdem dem Frühstück ging es zum Bahnhof und dann mit der Bahn nach Rapallo. Das mit dem Ticket kaufen am Automat stellte sich doch als größere Hürde heraus als gedacht. Aber am Ende klappte es und der Zug brachte uns nach Rapallo. Von dort wollten wir mit der Fähre nach Portofino. Auch hier wurde es komplizierter als gedacht. Den richtigen Anleger zu finden war die Hürde. Aber mit freundlicher Hilfe der Lokals löste sich auch dieses Problem. Die Fähre brachte uns nach Portofino und die Fahrt dorthin, bot uns einen schönen Ausblick auf die Ort an der Küste.

Geplant war mit der Fähre weiter zu dem Kloster San Fruttuoso und dann über einen Pfad zurück nach Portofino zu wandern. Aber mit der Fährverbindung klappte es nicht so, so dass es mit Wanderung für uns zu spät geworden wäre. Also wanderten wir zur östlichen Spitze der Halbinsel und gönnten uns am Faro di Portofino eine Aussicht über den Golfo Paradiso.

Portofino mit seinem Naturhafen genießt einen gewissen Ruf unter den Prominenten. Seine „Goldene Ära“ erlebte der Ort zweifellos in den 1950er und 1960er Jahren. In dieser Zeit wurde das einstige Fischerdorf zum Inbegriff des La Dolce Vita. Seid den 1990er tummelt sich der moderne Jetset, ob Mode-Ikonen oder Hollywood-Größen, auf ihren Jachten in dem Hafen.

Wir bummelten noch durch den überschaubaren Ort, der heute ausschließlich vom Tourismus lebt und der in den Sommermonaten vermutlich die touristische Infrastruktur an seine Grenzen bringt. In einem Café ließen wir Dolce Vita auf uns wirken, bis die Fähre zur Abfahrt rief. Zum Abend ging es in eine nahe gelegene Pizzeria, dem Conte Max.


Dienstag – 28. Oktober 2025

Wir begannen unsere Tagesaktivität wieder mit einer Zugfahrt. Diesmal klappte es mit dem Ticketkauf etwas flotter. Unser Ziel war das Dorf Monterosso al Mare, eines der fünf Dörfer der Cinque Terre. Die Cinque Terre ist ein etwa zwölf Kilometer langer Küstenstreifen der Italienischen Riviera, nordwestlich von La Spezia. Attraktion ist ein Wanderweg, der die Orte miteinander verbindet. Auf schmalen Pfaden streift man durch die duftende Macchie, dann wieder öffnen sich weite Wein- und Olivenhänge – ein ständiger Wechsel aus Schatten, Licht und mediterraner Flora. Wir wanderten das Stück zwischen Monterosso und Vernazza. Es waren 5,5 km mit 250 Höhenmeter, die mitunter über Treppen schweißtreibend zu erklettern sind.

Für Ende Oktober tummelten sich doch mehr Touristen auf dem Wanderweg als ich dachte. Nach den Statistiken besuchten in den letzten Jahren die Cinque Terre bis zu 4 Millionen Menschen. Dieser Übertourismus führt, verständlicherweise, zu Problemen in der Region, in der nur etwas 4.000 Menschen leben. Seid 2024 versucht man durch Regeln die Menschenströme besser zu steuern. Dazu zählen ein „Einbahnstraßen-System“, erhöhte Bahnpreise oder Limitierung der Personenzahl auf bestimmten Abschnitten.

Kurz vor Vernazza mussten wir noch unseren „Wegzoll“ entrichten, bevor wir in dem überfüllten Ort noch ein Plätzchen in einem Bistro fanden. Auf der Rückfahrt mit der Bahn sind wir in einem „falschen“ Zug eingestiegen, sowie wenn man mit einem Ticket für die Regionalbahn in den ICE steigt. Natürlich hatten wir kein Glück und wurden kurz vor Sestri Levante kontrolliert 😒.


Mittwoch – 29. Oktober 2025
Stellplatz auf dem CP Park Village Rimini
Stellplatz auf dem CP Park Village Rimini

Für vier von uns ging es heute nach Rimini, dem mondän-luxuriösen Kurort an der Adria. Thorsten & Tina nahmen die Rückfahrt ins Visier. Unsere Route ging über Parma, vorbei an Bologna bis nach Rimini. Der CP Park Village Rimini ist eine gepflegte Anlage mit einem netten Service an der Rezeption und einem kleinen Bistro, der mit kleinen Speisen und Brötchenservice überzeugte. Der Platz liegt im Süden der Stadt, direkt am Strand und ggü. dem Flugplatz. Der Fluglärm hielt sich in Grenzen. Da waren aufgemotzte Roller schon deutlich lauter 😂. Am Strand war natürlich nichts los. Nur wenige Discos, Restaurants oder Geschäfte hatten geöffnet.

Rimini, der Traum vieler Deutscher in den 60er Jahren. Ab den 80er Jahren verlagerte sich der deutsche Touristenstrom in Richtung Kroatien. Seid den 2000er Jahren bilden Einheimische und Russen die größten Touristengruppen. Was von dem privilegierten Strandbad aus dem 19. Jahrh. noch zu sehen ist, davon wollen wir uns morgen überzeugen.


Donnerstag – 30. Oktober 2025

Um ins Zentrum zu kommen, nutzten wir das Oberleitungsbus-System der Stadt, welches direkt bis zum Hauptbahnhof fuhr. Von dort ging es zu Fuß entlang dem Portocanale zu dem Wahrzeichen „La Ruota Panoramica“, einem Riesenrad direkt am Strand. Am Kanal lagen etliche Fischertrawler vertäut, viele von ihnen schwer gezeichnet von den rauen Fängen und Stürmen draußen auf See. Am Strand angekommen, machte sich ein wenig Enttäuschung breit. Kein Riesenrad, ein mit Baggern und Raupen aufgewühlter Strand und keine Buden – nichts von dem Charme eines großen Strandbades. Oktober ist wohl nicht die rechte Zeit für ein Strandbad 😉.

Von Strand ging es in das (ehemalige) Fischerviertel San Guiliano. In den mittelalterlichen Straßen finden sich bunte Häuschen und ein besonderes Kennzeichen des Stadtteils: An den Häusern sind bunte Keramikschilder mit der Hausnummer und den Namen der ehemals dort lebenden Fischer angebracht. Unmittelbar an dem Fischerviertel schließt sich die Ponte di Tiberio (auch  Ponte d’Augusto genannt) an. Diese gut erhaltene Steinbrücke wurde 20 n. Chr. fertiggestellt – gut 2.000 Jahre alt und noch immer in Betrieb. An der Brücke gönnten wir uns in einem Café einen Cappuccino mit einem leckeren Törtchen und schauten den Handwerkern zu, wie sie die weihnachtliche Straßenbeleuchtung montierten.

Die Brücke führt über die Marecchia, einem älteren Teil des Flusses, der zu römischen Zeiten noch durch das Zentrum der Stadt floss. Nach der Überquerung der Brücke steht man automatisch am Anfang des Corso d´Augusto, der Einkaufsstraße von Rimini. Die knapp 1000 Meter lange Prachtstraße endet am Arco di Augusto (Augustusbogen), der 27 v. Chr. errichtet wurde und  einer der ältesten erhaltenen römischen Ehrenbögen ist. Neben Geschäften mit internationalen Namen sind historische Plätze und Gebäude nicht zu übersehen. Da ist der Cavour Square mit seinen klassizistischen Gebäuden oder die Piazza Tre Martiri mit seinem historischen Uhrenturm zu nennen.

Leider war uns das Wetter nicht so wohl gesonnen, so dass es weniger ein entspannter Bummel durch die Stadt wurde, sondern eher ein Suchen nach einem trocknen Plätzchen. Zurück zum CP ging es wieder mit dem Oberleitungsbus, wobei der Eindruck entstand, Bodenwellen, Löcher oder Absätze in der Straße interessierten den Fahrer nicht. Er donnerte über diese Stelle, was jedes mal den Bus im Mark erschütterte.


Freitag – 31. Oktober 2025

Von Rimini bis San Marino sind es nur knapp 30 km, so dass heute ein Ausflug anstand. Mit den Bus ging es nahe dem Hauptbahnhof nach San Marino. Interessant war, dass die Bustickets nur an einem bestimmten Kiosk zu kaufen waren. Und wo war die Bushaltestelle – geht einfach zum Hotel Napoleon – war unisono die Antwort. Das Hotel haben wir gefunden und der Bus kam auch pünktlich.

Um es zusammenzufassen, der Besuch von San Marino hat uns nicht so richtig beeindruckt. Der bergige Kleinstaat mit seinen knapp 34.000 Einwohnern gilt als eine der ältesten Republiken der Welt und entsprechend finden sich in der Altstadt jede Menge historischer Gebäude. Es entsteht aber beim Bummeln durch die Straßen kein rechter Flair, da alles auf Tourismus ausgerichtet ist. Ich habe noch nie so viele Läden, Stände und Straßenhändler gesehen, die Gürtel verkaufen.

San Marino erhebt sich auf einem markanten Kalksteinrücken, dessen höchste Spitze der Monte Titano mit 739 Metern bildet. Nahe dem Gipfel thront eine eindrucksvolle Burganlage, die normalerweise weite Blicke über die hügelige Landschaft bis hinunter zur Adria eröffnet. An diesem Tag jedoch stieg dichter Nebel aus den Tälern auf und verschluckte die Aussicht vollständig – zeitweise war nicht einmal das Ende der Burgmauer auszumachen.

Nach einem kleinen Snack in einem der zahlreichen Bistros machten wir uns mit dem Bus und dem inzwischen vertrauten Oberleitungsbus wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz. Zum Abschluss unseres Aufenthalts in Rimini gönnten wir uns ein köstliches Abendessen in einem Restaurant entlang einer lebhaften Boulevardmeile, nur wenige Schritte vom Campingplatz entfernt.

Durch das Halloween-Wochenende hatte sich der Platz mittlerweile gut gefüllt und überall rüstete man die WoMos für die Gespensterparties aus. Als wir von unserem Essen zurückkamen, war das bunte Treiben der Kinder nicht übersehbar und überhörbar. Hier zeigte sich das Campingleben von seiner atmosphärischen Seite.


Samstag – 1. November 2025
Baptisterium der Kathedrale von Ravenna
Baptisterium der Kathedrale von Ravenna

Mit einem letzten Blick auf die Adria ging unsere Reise nordwärts, Richtung Verona. Da Ravenna auf dem Weg lag, legten wir noch einen Halt in der Stadt der Mosaike ein. In der Nähe von Dantes Grab, im Caffè Pasticceria Palumbo, direkt neben der Basilica di San Francesco, mobilisierten wir unsere Geister bei einem leckeren Cappuccino und ließen die lebendige Atmosphäre auf uns wirken. Durch das Wochenende war die Stadt voll von Einheimischen und Touristen. Die einen zum Shoppen, die anderen zum Sightseeing. Entsprechend war der Andrang an den historischen Stätten der Stadt, so dass wir es bei wenigen Besuchen beließen.

In Verona hatten wir im Camping Verona Village unsere Stellplätze reserviert. Der CP ist ein moderner Platz und komplett auf WoMos eingerichtet. Praktisch, aber er wirkte auch etwas „blutleer“.


Sonntag – 2. November 2025

Für heute stand natürlich ein Gang durch Verona an, die wir alle bisher ausschließlich als Station des Autoreisezugs in Erinnerungen haben. Eine Busstation direkt vorm CP machte es uns leicht in die Altstadt zu kommen. Unser erstes Ziel war die Arena von Verona. Dieses gut erhaltenes römisches Amphitheater aus dem Jahre 30 n. Chr. bietet heute Platz für über 20.000 Zuschauer und ist Ort der für Verona berühmten Opernfestspiele. Es ist schon ein beeindruckendes Bauwerk, übrigens das zweitgrößte Amphitheater neben dem Kolosseum in Rom.

Weiter bummelten wir durch die Altstadt, die am Sonntag sehr gut besucht war durch die einheimische Bevölkerung (der traditionelle italienische Sonntagsspaziergang) und vielen Touristen wie wir. Der Versuch den Balkon der Julia zu sehen, klappte nicht, da die kleine Gasse so vollgestopft, das ein Reinkommen nicht möglich war. Leider war uns das Wetter nicht wohlgesonnen. Da es immer wieder regnete, versuchten wir mit einem Cafébesuch am Piazza delle Erbe die Regenfront auszusitzen. Hat nur begrenzt geklappt.

Am Abend versuchten wir in der näheren Umgebung des CPs eine Pizzeria zu finden. Alle Adressen stellten sich Lieferdienste heraus. War schon merkwürdig im Land der Pizzerias.


Montag/Dienstag – 3./4. November 2025

Die Rückfahrt teilten wir uns in zwei Abschnitte ein. Heute ging es wieder über den Brenner, überraschenderweise ohne Stau, bis hinter Ingolstadt, in den Ort Greding. Im Gasthof zum Bayerischen hatten wir reserviert, wurden aber in den Lastgasthof Schuster zur Übernachtung einquartiert. Deftiges Abendessen und zünftiges Frühstück gab es im Bayerischen und alles wurde nur von einem Wirt organisiert. Die One-Man-Show beeindruckte uns schon.

Ohne verkehrstechnische Probleme ging es am nächsten Morgen zurück zu unseren Heimatadressen. Noch schnell im heimischen Supermarkt eingekauft, damit für den Abend etwas auf den Tisch steht😂.

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