Ostsee-Umrundung ade ?

Unser weitere Tourenplanung haben wir noch einmal hin und her gedreht und uns für eine Änderung entschieden. Da wir durch den Werkstatt-Aufenthalt in Danzig knapp fünf Tage „verloren“ haben und damit notgedrungen durchs Baltikum flotter fahren mussten um den Visum-Termin zu halten, kehren wir jetzt zurück und werden uns noch einige Highlight des Baltikums anschauen. Dann soll es weiter Richtung Südpolen gehen und den Rest, … schauen wir mal ?.

Also heute morgen im Hotel die Moppeds wieder beladen und dann rein in den Petersburger Autoverkehr. Der war nicht so voll und hektisch wie erwartet. Auch das Wetter war uns gesonnen, denn entgegen der Prognose regnete es nicht ?. Auf den gut 30 km bis zum Stadtrand blieb also viel Zeit um die Eindrücke, die diese Stadt hinterlässt, noch einmal wirken zu lassen. Jedenfalls für denjenigen der nur hinterherfahren muss ?.

Lenin und Stalin auf einem Relief in der Metro

Es bleibt ein ambivalentes Gefühl zurück, da die Stadt auf ihrer über 300-jährigen Geschichte viel Höhepunkte und viel Leid erfahren hat und dieses sich im Stadtbild überall wiederfindet. Da ist die Zarenzeit mit ihren Prunkbauten, die heute die Touristenströme aus aller Welt anlocken. Die Oktoberrevolution und in Folge die Sowjetzeit, die sich nach unserem Eindruck nicht so stark im Stadtbild wiederfindet, wie wir gedacht haben. In einer Metrostation ist auf einem Relief eines der ganz wenigen Bildnisse mit Stalin zu sehen. Der Niedergang der Sowjetzeit Anfang der 1990-Jahre brachte viel Unsicherheit und Existenzsorgen mit sich, so erzählte es unser Guide Eugenia über die Generation ihrer Eltern.

Und heute ist es eine bunte, schillernde und schnelllebige Stadt, deren Vielfalt sich im Straßenbild der Menschen spiegelt, egal ob auffälliges Outfit oder mit der Clique abhängen im Park.

Natürlich will ich hier nichts beschönigen, denn bei der Fahrt durch die Stadt ging es auch durch die Randbezirke, die mitunter sehr herunter gekommen sind oder es ging durch Trabanten-Stadtteile mit unzähligen Hochhäusern. Allerdings eins findet sich überall in der Stadt wieder. Dass sind Mahnmale, egal ob in Form kleiner Tafeln an Häuserwänden oder große Bauten auf Verkehrsinseln, aus der Zeit der Belagerung der Stadt von 1941 bis 44, in der weit mehr als eine Million Menschen verhungert sind.

Warten vor dem russischen Zoll

Wir fuhren wieder zurück zum Grenzübergang Iwangorod/Narwa und reihten uns in die Warteschlage ein. Die Abfertigung dauerte wie bei der Hinfahrt rund 2 Stunden. Allerdings ist es mir ein Rätsel warum unsere Pässe und Fahrzeugpapiere wieder und wieder gescannt wurden, egal ob auf der russischen oder estländischen Seite. Aber egal, wir waren wieder in Estland und konnten wieder was mit den Buchstaben anfangen ?.

Warten vor dem Estländischen Zoll

Flott ging es Richtung Tallinn und ca. 50 km vor Tallinn fanden wir einen CP im Lahemaa Nationalpark. Ist deren größter Nationalpark und wie ich anmerken muss, die Mücken haben auch große Ausmaße ?.

Mal wieder Zelt in Estland

Zeltaufbau hat nach den Tagen der Abstinenz wunderbar geklappt und die Ostsee ist auch nur 100 Meter entfernt (siehe Titelbild).

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