Shkodra – hier tobt das Leben

Eigentlich stand heute nur Einkaufen in Shkodra auf dem Programm, was wir dann noch ein wenig erweiterten mit dem Abstecher zu einer alten Brücke und zur örtlichen Burg.

Zunächst war die Brücke dran, sie liegt nordöstlich der Stadt. Unser CP befindet sich etwas 7 km westlich von Shkodra. Wir bogen schon vor Erreichen der Außenbezirke nach Norden ab und umfuhren die Stadt auf kleinen Strassen. Diese sind zwar asphaltiert, allerdings sehr schmal und Schlaglöcher gibt es reichlich, … groß und tief. Ich saß gemütlich hinten drauf und konnte mir in aller Ruhe die Gegend anschauen. Die Bebauung ist aufgelockert, die Häuser sind größtenteils gepflegt, wie auch die umgebenden Nutzgärten und kleinen Felder. Gemüse wird immer wieder abgelöst von kleinen Weinbergen. Die kleinen Felder werden von Hand bewirtschaftet und man sieht etliche Leute bei dieser Arbeit. Wird die Bebauung enger, so wird es auch gleich unansehnlicher. Am Strassenrand liegt viel Müll und die, zumeist schon mal irgendwann ausgebrannten, Müllcontainer quellen über. Dieses Problem kennen wir auch aus Italien schon. 

Brücke Ura e Mesit
Brücke Ura e Mesit

Die Brücke Ura e Mesit ist eine osmanische Steinbogenbrücke, vermutlich im 18. Jahrhundert gebaut. Sie ist 108 m lang und überquert den Fluss Kir mit 15 Bögen, der mittlere Bogen ist 18 m hoch. Heute wird sie nicht mehr benutzt und wenige Meter neben ihr ist eine Betonbrücke.

Nächster Punkt ist die Festung Rozafa. Diese liegt im Südwesten der Stadt, also einmal quer durch die Stadt😅. Der Verkehr ist etwas abenteuerlich. Es ist viel los, der rege Autoverkehr (es sind fast ausschließlich deutsche Autos und fast jeder 2. Wagen ist ein Mercedes 😳🙄) wird unterstützt von Motorrollern, Fahrrädern und Fußgängern. Die Fußgänger und die Fahrradfahrer sind potentiell wohl am gefährlichsten. Sie queren die Fahrbahnen und biegen ab, ohne Rücksicht auf den motorisierten Verkehr. Wir haben auch nicht herausbekommen, wer wann Vorfahrt hat, also blieben uns die Kreisverkehre ein Rätsel 😂.

Das Navi leitete uns auf kleinste Gassen, die im Nirgendwo endeten😩. Also erstmal auf Sicht fahren, die auf einem Hügel von 130 m Höhe errichtete Festung war schließlich weithin zu sehen. Hochfahren war leider nicht, also parkten wir am Fuß dieses Hügels und nahmen den Aufstieg in Angriff. Trotz der 31°, Wasser hatten wir natürlich auch nicht dabei 🤦‍♀️, ging es erstaunlich gut, allerdings haben wir es versäumt ein Photo der Burg zu machen 😱.

Festung Rozafa
Festung Rozafa

Die wirklich große Burganlage kontrolliert auf der einen Seite die Buna, den Abfluß des Skutarisees zum Mittelmeer und auf der anderen Seite den Zusammenfluss von Drin und Kir (den hatten wir doch schon mal heute🤔). Es sind nicht viele Leute dort und so schlenderten wir entspannt durch die Ruinen und genoßen die Aussichten.

Auf dem Rückweg kauften wir noch einige Sachen ein, denn morgen wollen wir weiter. Das Moped stand gut, also beschlossen wir noch ein wenig die Strasse entlang zu bummeln.

Man muss sich das ganze folgendermaßen vorstellen. Die Strasse ist 4-spurig, rechts und links dazu jeweils ein Parkstreifen. In der Mitte ein etwa 50 cm breiter Grünstreifen. Gefahren wird nur auf den linken Fahrspuren, den Rest belegen Radfahrer und geparkte Autos in zweiter Reihe. Die Bürgersteige sind eigentlich angenehm breit, aber Händler säumen den Fahrbahnrand, während von der anderen Seite die Auslagen der kleinen Geschäfte, die dicht an dicht in den Erdgeschossen der mehrstöckigen Häusern untergebracht sind, den Weg verengen. Es gibt dabei offensichtlich verschiedene Abschnitte in denen unterschiedliche Waren von den Strassenhändlern angeboten werden und es zieht sich über 2-3 km hin. Wir erstanden ein paar Strümpfe und eine kleine Schere zu unvorstellbar niedrigen Preisen. Nach einem Cappu gingen wir zurück zum Moped und fuhren wieder raus aus dieser quirligen Atmosphäre.

Wieder am ruhigen CP gönnten wir uns noch ein Bad im Skutarisee und ein Essen im wirklich guten CP-Restaurant.

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