Tintern Abbey die 2te 😉

Heute morgen sah der Himmel doch sehr grau aus und der obligatorische SprĂŒhregen brachte uns dazu unser FrĂŒhstĂŒck geschĂŒtzt durch Zelt und Tarp zu genießen.

FĂŒr heute stand noch eine kleine Tagestour bis fast an die sĂŒdliche KĂŒste an. Ziel war die Abtei Tintern am Westufer der Bannow Bucht im County Wexford. Dieses Kloster stand in enger Beziehung zur Tintern Abbey in Wales, die wir auch erkundet haben (hier geht zu dem Bericht). Daher bot sich die Tour zu der Schwester-Abtei in Irland an.

Abseits der Hauptstraßen tingeln wir auf kleinen Wegen zum Ort Saltmills, in dessen NĂ€he sich die Abtei befand. Auf den letzten Kilometern verwunderte uns ein großer Reisebus, der offensichtlich auch zum Kloster wollte. Auf dem Parkplatz angekommen, war der Platz schon gerammelt voll (siehe Beitragsbild). Sehr ungewöhnlich, da sich i.d.R. an solchen regionalen SehenswĂŒrdigkeiten nur ein paar Touristen einfinden.

Spricht fĂŒr sich 😉

Die ErklĂ€rung fand sich in einem großen Garten, der fĂŒr Besucher zugĂ€nglich war und in dem viele Eltern mit ihren Kindern „verschwanden“. Das Kloster selber war nur wenig besucht – schön fĂŒr uns 😊.

Da sich im SĂŒden und Westen merklich mehr Touristen, gerade aus Frankreich und Deutschland tummeln, haben die Iren kleine Erinnerungsschilder hinsichtlich der Verkehrsrichtung aufgestellt 😁.

Interessant an der Abtei ist seine Geschichte. Die meisten Klöster in Irland wurden im 12. Jh. gegrĂŒndet und im 16. Jh. verlassen, u.a. als Folge der Reformation in Europa. Die meisten Klöster verfielen oder wurden fĂŒr andere Zwecke genutzt. 

So war es auch bei der Abtei Tintern. Sie wurde 1200 gegrĂŒndet, vom Earl of Pimbroke. Er kam vor der KĂŒste in Seenot und schwor, wenn er es an Land schafft, dort ein Kloster zu grĂŒnden (damit ist auch der Bezug zum Kloster in Wales erklĂ€rt, da der Earl auch Schutzherr des Klosters Tintern in Wales war).

Das Zisterzienser-Kloster erwarb große LandflĂ€chen und entwickelte sich wirtschaftlich zu der drittreichsten Abtei in Irland. 1536 wurde das Kloster aufgelöst und der ganze Besitz einem Offizier der Armee von Henry VIII zugesprochen.

Und das ist die „zweite“ Karriere der Abtei, die durch umfangreiche Änderungen zu einem WohngebĂ€ude umgebaut wurde. Die Liegenschaft blieb ĂŒber 450 Jahre im Besitz der Familie Colclough und ging nach dem Tod des letzten Familienmitglieds in staatlichen Besitz ĂŒber. In einer eigenen Ausstellung wurde die Familiengeschichte sehr lebhaft beschrieben. Schmunzeln musste ich bei dem Hauen und Stechen der Familienmitglieder ĂŒber die Jahrhunderte untereinander. Im Duell gestorben, mal vergiftet, mal gemeuchelt oder einfach an Krankheiten dahingerafft spiegelt die Familie die Geschichte ihrer Zeit wieder.

Genug der Geschichten, zurĂŒck zu unserer Tagestour. Vom Kloster machten wir uns auf die RĂŒckfahrt, ein StĂŒck an der Bannow Bucht entlang, dabei noch ein Blick auf die Dunbrody Abbey (keine Angst, haben wir nicht besucht) geworfen und weiter nach New Ross. 

Schon in der Umgebung von New Ross und im Ort selber finden sich reichlich Verweise auf die Kennedy-Familie. Also haben wir uns das ein wenig nĂ€her angeschaut. In der Umgebung ist der irische Stammsitz der Kennedys. WĂ€hrend der großen Hungersnot um 1850 in Irland ist Patrick Kennedy, ein Mitglied der Familie nach Amerika auswanderte. Im Hafen liegt auch noch eine Nachbildung einer Bark mit der die Auswanderer nach Amerika segelten.

Ein Nachkomme war dann John F. Kennedy, der auch 1963 New Ross besuchte. Die Gedenktafeln zu diesem Ereignis lassen sich einfach nicht ĂŒbersehen 😉.

Wieder am CP angekommen schon einmal die Sachen fĂŒr die FĂ€hrfahrt sortiert, die Tour in Frankreich im Navi geplant und ansonsten den Abend bei Sonne mit aufgelockerter Bewölkung und Bier/Wein/Whisky genossen đŸ€Ș.

Zuhause rollt die Hitzewelle, und auch die Iren „stöhnen“ ĂŒber einen heißen Sommer. Da wir letztes Jahr den CP ebenfalls besucht haben, fĂ€llt der trockene Sommer bei der Betrachtung der beiden CP-Bilder aus 2017 und 2018 schon ins Auge.

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