Tour durch ein Vulkangebiet

Jetzt darf mal gemault werden. Gestern lockerte es noch ein wenig auf, so dass wir unsere Sachen noch halbwegs trocken bekommen haben. Aber wer glaubt südlich von Clermont-Ferrand in Südfrankreich zu sein, mit hochsommerlichen Temperaturen, der irrt. Als sich die Sonne dem Horizont näherte, fiel in gleicher Geschwindigkeit auch die Temperatur, was uns dazu brachte, alles anzuziehen was wir so an warmen Sachen hatten. Gegen 21 Uhr näherte sich das Thermometer dem einstelligen Bereich und etwas später krabbelten wir verfroren in unsere Schlafsäcke. Und wir waren froh gute Schlafsäcke zu haben 🤗.

Heute standen vier Pässe auf dem Programm. Die Rundfahrt zu den Pässen war mit  110 km nicht lang, aber aus Erfahrung wußten wir, die kleinen Straßen erfordern ihre Zeit. Bei knapp 10 Grad starten (gegen 9 Uhr) wir unsere Tour. Und die Heizgriffe nahmen auch gleich ihre Arbeit auf. ( Die Temperaturen erhöhten sich während der Tour nicht und nachmittags auf dem CP war es bei eisigem Wind auch nicht so kuschelig)

Die Route ging durch die Region Monts du Cantal, die im Zentralmassiv der Auvergne im Départment Cantal liegt. Das Massiv Monts du Cantal bildet mit seiner Bergkette einen Kreis mit ca. 80 km Durchmesser und soll einer der größten Stratovulkane (das sind Vulkane mit der typischen spitzkegeligen Form) Europas gewesen sein. Die Erhebungen in dieser Region gegen bis knapp an 2000 m. Bekannt ist die Gegend u.a. durch den Cantal-und Salers-Käse. Wenn man die vielen Rinder auf den satt-grünen Wiesen an den Berghängen sieht, versteht man auch warum der Käse so schmackhaft ist (wir konnten bei einer Rast den Käse probieren).

Bei der Fahrt durch die Region drängt sich auch immer wieder der Eindruck auf in einem ehemaligen vulkanischem Gebiet unterwegs zu sein. Steil aufragende Felswände und harmonisch eingebettete Täler runden dieses Bild ab. Entsprechend sind die Ausblicke nach jeder Kurve wieder spannend und eindrucksvoll. Es war gut heute keine lange Strecke fahren zu müssen. So konnten wir immer wieder anhalten und die Ausblicke genießen.

Am westlichsten Punkt unserer Runde machten wir am Ort Salers einen Halt und bummelten durch den kleinen Ort. Salers ist ein Ort mit gut 300 Einwohners und ein komplett erhaltener Ort der Renaissancezeit, zudem steht er auf der Liste der schönsten Dörfer Frankreichs. Also Grund genug mal nachzuschauen. Natürlich waren wir nicht die Einzigen, ist auch kein Wunder bei über 400.000 Besuchern jährlich. Ja, der Ort ist ganz nett, viel Läden mit Kunstgewerbe, lokalen Spezialitäten und natürlich Restaurants, aber so richtig „berührt“ hat er uns nicht. Und wir haben in dem historischen Ort ein Café vermisst 😩.

Snack-Pause mit lokalen Käseangeboten nach dem Pas de Peyrol
Snack-Pause mit lokalen Käseangeboten nach dem Pas de Peyrol

Den Abschluss unserer Fahrt bildete der Berggipfel Puy Mary (1783 m), der direkt am Pas de Peyrol liegt. Der Gipfel ist ein beliebtes Ausflugsziel, da es vom Pass bis zum Gipfel einen gut ausgebauten Wanderweg gibt. Entsprechend gross war am heutigen Sonntag das Gedränge an der Passstraße.

Wieder zurück am Platz genossen wir die wenigen Sonnenstrahlen und planten unsere Tour in Richtung Schwarzwald. Es gibt noch ein paar Pässe in der Schweiz, aber das Thema Schweiz haben wir für uns abgehakt. 

Talblick im Monts du Cantal nahe Mandailles-Saint-Julien auf der D317

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