Überraschung ?

Die Entscheidung gestern, gleich auf den CP zu fahren und die Umrundung der Spitze von Dingle auf heute zu verschieben, war absolut richtig. Zwar war es heute morgen noch sehr bedeckt, aber die Luft war klar und wir hatten gute Sicht ?.

Zunächst ging es nach Norden, zu den Klippen bei Feohanagh. Wir folgten dabei dem ‚Slea Head Drive‘, einer Rundtour um die gesamte Spitze von Dingle. Quer über die Halbinsel ging es südwärts, am Ort Dingle vorbei (wir müssten dringend tanken ?), Richtung Norden auf der R549 um anschließend westwärts der Küstenstraße zu folgen.

Info-Tafel zum Star Wars Film "The Last Jedi"
Info-Tafel zum Star Wars Film “The Last Jedi”

An der Küste mit Blick auf die Halbinsel Ceann Sraithe legten wir einen Halt ein um die schroffe Landschaft wirken zu lassen. Für “Star Wars” Film-Fans sei erwähnt, auf der Halbinsel Ceann Sraithe wurden Szenen zu “The Last Jedi” gedreht. Eine Info-Tafel erinnert daran ?.

Dieser Landstrich ist gepflastert mit steinernen Zeugnissen der Vergangenheit. Man könnte alle 500 m anhalten um etwas anzuschauen. Obwohl es noch relativ früh am Tag war, sind schon viele Autos auf der Strecke unterwegs. Als wir die Runde rum sind, biegen wir in der Nähe unsers CP wieder ab in Richtung Dingle-Ort.

Straße in Dingle

Die Ringstraße war gesäumt von Cafés, aber wir hatten uns überlegt in Dingle zu essen und dabei noch etwas durch den Ort zu schlendern. Irgendwie kein guter Plan ?. Mittlerweile strahlte die Sonne vom Himmel und es bot sich an, einen Tisch im Freien zu nehmen. Das fanden andere auch ?. Das Angebot an solchen Tischen war minimal, die Nachfrage groß und so landeten wir letztlich, nach mehreren Anläufen, doch im Innenbereichen eines von außen eher hässlichen Cafés. Aber das Essen und der Cappuccino waren gut und die Mopeds parkten quasi vor der Tür.

Blick auf die Berge der Halbinsel Kerry

Nach dem üblichen Ortdurchfahrtsstau ging es dann immer dicht am Wasser an der Südküste entlang. Die tiefblaue Dingle Bay funkelt in der Sonne und dahinter erheben sich die Berge der Halbinsel Kerry, teilweise doch gespickt mit kleinen weißen Wolken.

Nationalpark Killarney

Vorbei am Ort Killarney, wirklich schöne Umfahrung, kamen wir in den nach diesem Ort benannten Nationalpark. Zunächst tauchten wir ein in einen dunklen Wald am Lough Leane. Die Parkplätze entlang der Strecke waren reichlich frequentiert. Naja, hier ist erstmal touristisch eine Menge mehr los als im Norden und außerdem ist Wochenende ?. Es tauchen auch immer wieder Schilder auf, die einen dran erinnern, links zu fahren (dreisprachig: Englisch, Französisch und Deutsch). Die meisten der ausländischen Fahrzeuge kommen aus Frankreich oder Deutschland und wer in den ganzen Leihwagen mit irischem Kennzeichen steckt, darüber kann man nur spekulieren, doch die etwas unsichere Fahrweise entlarvt sie als üblicherweise Rechtsfahrer.

Obwohl als Nationalstraße ausgewiesen, wurde die N71 jetzt recht klein. Für den nächsten Abschnitt galt, mehr Kurven geht nicht ?, Hermann hat sich schon beschwert, er müsse ständig auf die Straße gucken und hätte keine Zeit mehr für die Landschaft ?.

Nach ca. 8 km hinter Kenmare ließ uns das Navi links abbiegen ??⛰. Wir kennen diese Eskapaden ja schon aus Italien und auch hier hat es etwas mit den vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu tun. Hier reduzieren sie nicht die Geschwindigkeit auf den Hauptrouten sondern erlauben absolut illusorische Geschwindigkeiten auf ganz kleinen Straßen. Wenn du eine kleine Kurve nach der anderen fährst und vor dir auf einmal das Schild 100 km/h auftaucht, wird’s schon irgendwie komisch. Jedenfalls entschlossen wir uns diese kleine Straße zu nehmen.

Schon nach wenigen Metern war es nur noch ein Singletrack und die Grasnarbe kam durch. Es ging stetig bergauf und als der Grasstreifen in der Mitte allmählich breiter wurde als die Fahrstreifen, fand ich es doch schon etwas merkwürdig. Auch die panische Reaktion der Schafe am Weg war ein Indiz für wenig Verkehr. Es kam uns auch gar kein Auto entgegen ?. Trotzdem sind wir immer weiter hoch gefahren ? und siehe da, wir wurden belohnt.

Die Passhöhe war 472 m hoch und damit höher als der Connorpass, und sie gab einen phantastischen Ausblick auf die Umgebung. Der Stein mit der Aufschrift „Priest’s Leap“ erinnert an eine Geschichte von einem verfolgten Priester (an mythischen Geschichten fehlt es den Iren ganz sicher nicht, mehr dazu hier). Runter ging es etwas schneller, weniger Gras, aber mehr Split, doch als wir  5 km vor Bantry wieder auf die N71 einbogen, war das wohl so 12-15 km  gewesen.

In Bantry noch schnell eingekauft und ab zum CP in Skibbereen. Den Platz kennen wir vom letzten Jahr. Den eigentlich noch geplanten Abstecher nach Mizen Head haben wir gestrichen, damit wir noch ausreichend Zeit haben unsere Sachen zu trocknen. Zum Glück schien den ganzen Abend die Sonne und es ging ein leichter Wind.

Ein Kommentar zu “Überraschung ?

  1. Hallo Ihr Zwei
    da kommen bei mir doch gnz viele Erinnerungen hoch, viel davon habe ich auch besucht. Euch weiter viel Spaß und gutes Wetter,
    Lieben Gruß Christiane

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