Für heute entschieden wir uns für einen Bummeltag . Bei angekündigten Temperaturen von 28 Grad und Sonne satt gefiel uns die Entscheidung.

Bei unserem frugalen Obstfrühstück beobachteten wir eine Gruppe von fünf tschechischen Motorradfahrer, die gestern Abend noch sehr spät angekommen sind. Alle mit wuchtig ausgerüsteten Enduros aus dem Hause KTM, krabbelten sie langsam aus den Schlafsäcken (Zelte hatten sie garnicht mehr aufgebaut). Spannend wurde es, als eine Maschine wohl Startprobleme hatte. Dazu starten sie eine Maschine, die dann erstmal den halben Platz beschallte, und versuchten die schwächelnde Maschine damit zu starten. Klappte nicht. Es folgten Anschiebeversuche, die natürlich kläglich scheiterten. Dann half ein (landsmännisches) Camper-Pärchen mit einer WoMo-Dieselmotor-Batterie aus, die der Maschine dann Leben einhauchte. Fortan blubberte die Maschine die ganze Zeit vor sich hin, während die Jungs in alles Ruhe ihre Klamotten einpackten.
Nach diesem Aufreger ging es für uns zum Wäsche waschen. Mit ein wenig Warten ergatterten wir eine Maschine.
Danach gab es einen Cappuccino und einen kleinen Snack im CP-Restaurant. Der CP behauptet von sich selbst, er sei einer der „besten zehn CPs Europas“. Also Gelände, Stellplatz und Sanitär sind schon auffällig gut und gepflegt. Restaurant macht auch was her und ein Badesteg für ein kühles Bad im See findet sich ebenfalls. Der Laden am Platz bietet leider nur sehr wenig (eigentlich nur Wein und Wasser) und die nächste Stadt ist knapp 7 km entfernt. Könnte man als Manko sehen. Aber als ersten Platz in Albanien auf dem Weg in den Süden ist er jedenfalls empfehlenswert.

Der Skutarisee ist der größte See auf der Balkanhalbinsel und neben dem Gardasee der größte See Südeuropas 😳. Die Grenze zwischen Montenegro und Albanien läuft mitten durch den See. Der See mit seinen schützenswerten Feuchtgebieten, in denen u.a. Zugvögel rasten und brüten, ist von beiden Ländern als Nationalpark ausgewiesen worden. Interessant sind die jahreszeitlichen Veränderungen des Wasserspiegels um bis zu fünf Metern, wodurch die Wasserfläche um bis zu 50% schwankt.
Gegen Mittag wuselte eine CP-Mitarbeiterin um uns herum und stellte auf die freien Stellplätze weisse Hütchen. Gegen Spätnachmittag wurde das Geheimnis gelüftet. Eine WoMo-Kolonne von über 20 Wohnmobilen, überwiegend aus der Schweiz, “fielen“ ein und belegten die reservierten Stellplätze. Organisiert wurde die Tour von dem Anbieter “Seabridge“, über den wir schon mehrfach gestolpert sind.
Den Abend beendeten wir im CP-Restaurant bei gutem Essen (lecker gegrillter Wolfsbarsch), süffigem Wein und dem fröhlichen Gequake der heimischen Skutari-Wasserfrösche.



Na, das klingt doch alles nach einem prima Wellnesstag. Ein gelungener Motorradurlaub besteht ja nicht nur aus Fahren.
Ich freue mich, dass es euch gut geht und wünsche euch weiterhin erholsame & spannende Tage.
LG
Thorsten