Verfahrtag

Die Nacht auf dem CP war ein klein wenig unruhig, da in Hörweite von uns sich eine Dreiergruppe bis ca. 2:30 Uhr unterhielt. War nicht laut, aber wenn einem die Stimmen im Ohr sind hört man sie immer wieder.

Red Strand Beach in der Nähe von Ardfield
Red Strand Beach in der Nähe von Ardfield

Ein schöner Sonnenmorgen weckte uns und in der gewohnten Routine verstauten wir unsere Utensilien. Von der nächtlichen Sprachtherapiegruppe lag eine der Frauen etwas derangiert vor dem Zelt und ehrlich, ansehnlich ist was anderes ?.

Von Skibbereen ging es auf kleinen Regionalstraßen der Küste entlang Richtung Cork. Neben schön gelegenen Buchten mit Sandstränden waren es aber die, einem Wattenmeer ähnlichen, Buchten, welche uns beeindruckten.

Frühstückszeit am River Arigideen
Frühstückszeit am River Arigideen

Durch die Ebbe bildeten die seichten Buchten mit ihren Prielen und dem Schlamm einen gedeckten Tisch für die verschiedensten Wasservögel. Ob Reiher, Möwen, Schwäne oder so was wie Bachstelzen, alles war intensiv am suchen und picken.

Bis nach Kinsale waren wir quasi alleine auf der Straße, die paar Locals mal ausgenommen. Unser Eindruck war auch, die meisten Iren waren wohl alle in der Kirche, denn vor den Kirchen parkten, besser stapelten sich jede Menge Autos.

Ebbe am River Arigideen
Ebbe am River Arigideen

Auch gestern, als wir an einer Beerdigung vorbei fuhren und und kurz danach an einer Hochzeit (gibt schon Zufälle), glichen beide Ereignisse einem Volksauflauf. Kirchliche Dinge nehmen die Iren schon sehr genau, haben sich auch schon früh entschieden (siehe Dingle Beitrag).

Nahe Castlefreke an der Küste
Nahe Castlefreke an der Küste

Unser Vorhaben, in Kinsale in einem Café mit Blick auf den Hafen einen Cappuccino zu trinken, haben wir doch schnell begraben, da der Ort vor Touristen aus allen Nähten platzte. Kein Wunder, Wochenende, Sonne und noch Urlaubszeit und Kinsale ist in der Tat ein nettes Hafenstädtchen. Noch ein wenig die Massen an der Promenade bestaunt und dann ging es weiter nach Cork. Da war dann die Auswahl doch größer, so dass wir hier zu unserem Cappuccino gekommen sind ?.

Blick von den Knockmeldown Mountains
Blick von den Knockmeldown Mountains

Hinter Cork sind wir eine Zeitangabe am Fluss „Munster Blackwater“ bis Lismore gefahren um dort in die „Knockmeldown Mountains“ abzubiegen. Mountains hört sich hoch an, aber der höchste Berg hat knapp 800 m.

Über viele kleine und mittlere Straßen ging es dann durch die Region Kilkenny bis zur Stadt Kilkenny. Zwischendurch noch unsere Vorräte aufgefüllt und flott zum CP gefahren. Wir kannten den Platz schon aus dem letzten Jahr, so dass es für uns klar war in welche Ecke wir wollten ?.

Gut ausgebaute Straße mit Hecken
Gut ausgebaute Straße mit Hecken

Nachdem wir die Küste verlassen haben und insbesondere hinter Cork verloren auch die Orte ein wenig an Glanz. Im Südwesten und Süden sind die Orte hübsch rausgeputzt, die Häuser haben bunte Fassaden und überall stehen oder hängen ausufernde Blumenarrangement. Je weiter aber der Weg durchs Hinterland geht, desto grauer werden auch die Orte. Vereinzelt mal eine bunte Fassade von einem Pub, mehr aber auch nicht. Auf den kleineren Straßen findet sich auch kein Touristenverkehr, obwohl die Landschaft schon ihren besonderen Reiz hat. Aber kreuzten wir mal eine der Hauptstraßen rollen die Camper, Wohnwagen und vollgepackten SUVs an einem vorbei und natürlich jede Menge von Mopedfahrern. Der Südwesten mit dem Ring of Kerry und Ring of Beara haben da mehr Anziehungskraft.

Auch Birgitt hatte mit den kleinen Straßen ein wenig Mühe. Oft sah ich sie den Kopf schütteln und intensiv auf das Navi schauen. Da haben wir „wieder“ ? eine Abzweigung verpasst. Machte aber nichts, da zweimal links und einmal rechts uns wieder auf Spur brachte.

Nebenstraße mit Hecke
Nebenstraße mit Hecke

Allerdings muss ich zugeben, dass die kleinen Nebenstraßen, sprich Single Tracks, sich meist durch hohe Hecken auszeichnen, gerade in Linkskurven fast ein Blindflug, da man häufig nicht weiter als 5 m schauen kann. Hat man noch eine eigene Fahrbahn, geht es noch so. Spannend wird es wenn es keine Markierungen mehr gibt und spätestens, wenn in der Mitte eine Grasnarbe auftaucht, ist besondere Vorsicht geboten. Da könnte auch mal der Farmer “Liam” (übrigens Top 1 der irischen Vornamen) mit seinen überdimensionalen Trecker um die Ecke kommen ?.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.