Wasserfälle machen nasse Füsse

Veras Frühstück
Veras Frühstück

Unsere Hausdame Vera hat heute wieder ein traditionelles Frühstück serviert, von dem zwei Bauarbeiter problemlos für Tage ihren Kalorienbedarf decken könnten. Neben Schinken, Salami, Käse, Paprikacreme, Honig, Marmelade und Kartoffelbrei mit Käse, gab es noch kleine herzhafte Törtchen und den Abschluss bildete ein Stück Kuchen 🤪. Hinsichtlich unserer geplanten Wanderung sollten wir keinen Hungerast bekommen 😁.

Mit unserem französischen Paar von gestern plauderten wir noch ein wenig über Urlaubserlebnisse. Anschließend ging es für sie nach Cetinje, die alte Königsstadt, und für uns hieß es die Wanderschuhe anzuziehen.

Wir hatten als Ziel den „Crno jezero“, sprich den Black Lake 😳. Unser Hausdame hatte uns von dem See vorgeschwärmt und in jeder touristischen Beschreibung des Durmitor Nationalparks taucht dieser See auf.

Bei dem See, bei dem es sich eigentlich um zwei Seen handelt, die über eine schmale und flache Senke verbunden sind (bei Niedrigwasser versandet diese Verbindung schon einmal), handelt es sich um einen Gletschersee. Er wird aus dem Durmitor-Massiv gespeist und die kleinere Seehälfte, aber tiefere (ca. 50 m), bekommt eine tiefgrüne, dunkle Färbung, die dem See schließlich den Namen gab.

Für uns ging es einmal knapp 2,5 km durch einen Nadelholzwald, der sich selbst überlassen wurde (halt Nationalpark) und dadurch einen eigenen Charakter hat. Am See angekommen, umrundeten wir das Gebiet südwärts. Dabei kamen wir an einem historischen Wegpunkt vorbei. An einer Stelle am See soll sich am 29. Mai 1943 Tito mit seinen Partisanen aufgehalten haben um sich aus Einkesselung durch die deutsche Wehrmacht (Schlacht an der Sudjeska im Mai/Juni 1943) zu befreien. 

Der Weg ist gut ausgebaut, hat aber schon seine kleinen unwegsamen Abschnitte, an denen man sich besser am Halteseil runter hangelt. Spaßig wurde es bei den vier Wasserfällen am südlichen Ende des Sees, deren Wasser über den Wanderweg fliesst. Natürlich gab es keinen Steg oder ähnliches um trockenen Fußes die Wasserfälle zu kreuzen. Einige Wanderer zogen Schuhe und Strümpfe aus und balancieren über die glitschigen Steine. 

Wir versuchten es mit unseren Wanderschuhen, die uns einen besseren Tritt verliehen. Am ersten Wasserfall konnten wir noch halbwegs trocken über die Steine hopsen, aber beim letzten Wasserfalls war es dann schon egal. An einer sonnigen Stelle, an der wunderbarerweise eine neue (unbesetzte!) Holzbank stand, zogen wir Schuhe und Socken aus und trockneten sie notdürftig.

Trockenstunde
Trockenstunde

Wir beendeten unsere Umrundung am See-Restaurant mit einem Cappuccino und einem schönen Blick auf die Durmitor-Bergwelt.

Entspannt bummelten wir zurück zu unserer Unterkunft, erledigten noch einen Einkauf zur Versorgung der nächsten Tage. Im Supermarkt trafen wir Vera (ist ihr Zweitjob), die uns freudig begrüßte und erzählte, was sie uns morgen zum Frühstück alles bieten wird und wir sie Reste auch auf jeden Fall mitnehmen müssten. Uns wurde schon leicht Angst und Bange was uns den morgen erwartet 😂.

Vor unserer Herberge setzen wir uns noch in die Sonne und genossen die Zeit bis die Schatten länger wurden.

Aussicht von Restaurant am See
Aussicht von Restaurant am See

Da es morgen weiter nach Albanien geht, ein erstes Fazit der Eindrücken aus Montenegro. Das Land wirkt sehr dynamisch, überall wir gebaut, egal ob Straßen oder Häuser. Die Menschen erscheinen offen und sind sehr hilfsbereit. Man wird schon als Tourist gesehen, aber weniger als Objekt mit der Geldbörse, sondern als Mensch, dem es hier gefallen und gut gehen soll. Die Kommunikation ist auch sehr einfach, da fast jeder Englisch spricht.

Das Land bietet auf seiner kleinen Fläche eine Menge Möglichkeiten und hat auch was zu vorzuzeigen. An der Küste kommt jeder, der Strand und Wellen liebt, auf seine Kosten. Das Hinterland mit seiner eindrucksvollen Berglandschaft bietet den Outdoor-Fans genug Möglichkeiten, egal ob Wandern oder Klettern. Und für Mopedfahrer gibt es viele kleine kurvenreiche Straßen. Und wer will, findet auch noch Offroadstrecken in den Karst- und Berglandschaften. 

Auf vielen Straßen findet sich übrigens der Hinweis auf eine „Panoramic roads“. Damit sind Straßen markiert, die durch „atemberaubende Landschaft und Natur“ führen (hier mehr dazu: https://utjeha.me/ausfluege/panoramastrassen.html).

Was den Verkehr angeht, so sollte man die Geschwindigkeitsbeschränkungen im Blick haben, da es immer wieder Verkehrskontrollen gibt. Auch ist es der gewöhnliche montenegrenische Autofahrer gewohnt, einem in Kurven mindestens zu 50% auf der eigenen Spur entgegen zu kommen 😁. Und beim Start in den Moped-Tag, ist es empfehlenswert die Reifen ausreichend warm werden zu lassen, da selbst bei geringen Schräglagen trockene Straßen einen „Glitschfaktor“ haben 🤪.

Für die Floristen und Botaniker unter uns noch ein paar Eindrücke der Flora am Wegesrand 😉.

Ein Kommentar zu “Wasserfälle machen nasse Füsse

  1. Tolle Berichte und Bilder…wer hätte das gedacht das in dem Land so tolle Ziele zu finden sind, mit Montenegro habe ich mich noch nie beschäftigt. Mit dem Frühstück könnte ich mich auch anfreunden, da braucht man wohl den ganzen Tag nichts weiteres🤪. Dann wünsche ich euch einen tollen Trip nach Albanien und hoffentlich geht es so toll weiter.

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