Willkommen an der West Coast 😳

Heute ging es weiter in Richtung West Coast. Vom Caravanpark in Kaiteriteri machten wir im Ort Motueka noch einen Halt um einzukaufen und nochmal durch einige LĂ€den zu schlendern. Der Ort gepflastert mit kleinen und auch grĂ¶ĂŸeren Shops fĂŒr den schillernden Bedarf von Touristen und Urlaubern. Es gibt nichts was man nicht bekommen kann. In einem Super Liquor Shop schauten wir uns nach Spirituosen um (im Supermarkt werden die nicht verkauft), aber die Preise waren doch schon merklich höher als bei uns. In einem Outdoor-Shop informierten wir uns ĂŒber die Dinge die hier so State of the Art sind. Fanden aber nichts außergewöhnliches – Angelzeug gab‘s reichlich đŸ˜ und ein klappbares Faltsofa fĂŒr Angler 😂.

Von Motueka ging’s durch Hinterland bis zum Highway 6, auf den wir bei Kohatu einbogen. Die Landschaft bis dahin war hĂŒgelig und es fand sich mehr Schafzucht als die Tage vorher. AuffĂ€llig war der intensive Hopfenanbau – naja, auch die NeuseelĂ€nder brauen  Bier đŸș.

Auf der 6 Richtung nach Murchison
Auf der 6 Richtung nach Murchison

Auf der 6 ging es bis Murchison, ein Ort mit knapp 500 Einwohnern. Ist aber ein wenig eine Art Schmelztiegel fĂŒr diverse Outdoor-AktivitĂ€ten, insbesondere Rafting auf dem Buller River.

Wir gönnten uns ein TĂ€schchen Kaffee mit leckerem Burrito und einem Blaubeer-Muffin đŸ˜‹. Dabei schauten wir diversen Biker zu, die diesen Ort scheinbar auch als Zwischenziel ihrer sonntĂ€glichen Tour auserkoren hatten. Kleine Anekdote am Rande: An der Kasse brabbelten wir in unserem Englisch die Bestellung runter, zĂŒckten dann unsere Kreditkarte – und plötzlich plauderte der Kassierer in bestem Deutsch weiter. Er sah nĂ€mlich unsere deutsche Kreditkarte. Er macht gerade 6 Monate Work and Travel in Neuseeland und kommt aus Hannover.

Café in Murchison
Café in Murchison

Weiter auf der 6 durch die Buller Gorge, auf die wir gespannt waren. War dann doch eher enttĂ€uschend. Hat nichts mit den Schluchten in Frankreich am Tarn oder Verdon zu tun. Die Straße schlĂ€ngelte etwas kurviger durch die bergige Landschaft, aber spektakulĂ€re Aussichten vermissten wir. 

Einen Halt legten wir bei der Buller Gorge Swing Bridge ein, der lĂ€ngsten Swing-BrĂŒcke Neuseelands. Im EingangshĂ€uschen erstmal 10,- Doller p.P. (gute 6,- Euro) berappt. Dann ab zur BrĂŒcke. Es waren nur ein paar Meter, aber plötzlich ĂŒberfiel uns ein Schwall kleiner „Sandflies“, sprich Beissfliegen, die sofort anfingen ihr Tagewerk zu verrichten. 

Buller Gorge Swing Bridge
Buller Gorge Swing Bridge

Wir gleich auf die BrĂŒcke geflĂŒchtet – die sich als ein stark schwankendes Etwas herausstellte. Gut das ich aufgrund der Beissfliegen keine Zeit zum Nachdenken hatte đŸ˜‚. Auf der anderen Seite gab es noch einen kleinen Rundgang, der auf die Geschichte der Region aufmerksam machte. Die ganze Gegend war im 19. Jahrh. von Bergbau und einem Goldrausch geprĂ€gt.

Von der BrĂŒcke ging es weiter nach Westport. In der Zwischenzeit zog es immer mehr zu und der leichte Niesel ging in krĂ€ftigen Regen ĂŒber. Kurz vor Westport klarte es wieder auf und wir entschlossen uns doch den freien Campingplatz direkt am Strand zu nehmen. 

Buller Gorge am Highway 6
Buller Gorge am Highway 6

War dann doch ernĂŒchternd, da vom Platz das Meer fast nicht zu sehen war und der Strand vollgemĂŒllt (siehe Titelbild) war mit angeschwemmtem Holz (interessanterweise kein PlastikmĂŒll o.Ă€.). Also romantisch am Strand sitzen und beim Sonnenuntergang die Seele baumeln lassen sieht anders aus đŸ€Ș.

Also zurĂŒck in der Ort und dort zum Westport Kiwi Holiday Park getuckert. Der Ort selber liegt mit seinen gut 4.000 Einwohnern etwas abseits der NeuseelĂ€ndischen Touristenströme und tut sich auch etwas schwer zu gefallen, obwohl der Ort hĂŒbsch aufgemacht ist, aber als bescheidene Industriestadt, frĂŒher Kohle, heute Zement, lĂ€ĂŸt sich das Erbe schwer abschĂŒtteln.

Zwei Anmerkungen möchte ich noch machen: Einmal die Singzikaden. Als wir das erste Mal die GerĂ€usche dieser Tierchen hörten, hat es uns schon beeindruckt. Erinnerte an laue SommernĂ€chte mit Grillengezirpe im SĂŒden. Als wir gestern ein Teil des Abel Tasman Tracks gewandert sind hat sich das schon anders angehört. Die Tierchen schaffen es auf 120 Dezibel (ungefĂ€hr so laut wie die Feuermelder in der Wohnung) und wenn nun tausende, mehr in die zehntausend gehende Zikaden vor sich hin zirpen (machen ĂŒbrigens nur die MĂ€nnchen – warum wohl đŸ€Ł), dann ist die LĂ€rmkulisse schon beeindruckend.

Zum zweiten ein paar Bemerkungen zu unserem Camper (war auch eine Frage aus den Kommentaren). Also die Karre ist ein chinesischer Transporter der Marke SAIC Motors (Model LDV V80) in dem in Neuseeland die Camperausstattung eingebaut wird (so unsere EinschĂ€tzung). Die Ausstattung ist fĂŒr uns ok, ist aber mitnichten irgendwie auf Platz und Nutzung optimiert. Ist aber auch nicht unsere Erwartung gewesen. Allerdings erfordert der Transporter schon so seine Lernkurve. Das Fahrwerk bemĂŒht sich eifrig Straßenkontakt zu halten, ist aber hĂ€ufig an seiner Grenze angekommen. Das Lenkverhalten fĂŒhlt sich eher nach einem Schwamm an, aber man kann die Fuhre auf der Straße halten. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die TĂŒren bzw. SchiebetĂŒren. Um sie zu verschließen bedarf es schon eines mĂ€chtigen Zuschlags. Besonders in der Nacht auf dem Campingplatz ist man sich sicher, dass im weiteren Umkreis alle Mitcamper wach sind. Pluspunkt ist aber schon der Motor. Der Diesel lĂ€rmt zwar etwas laut, aber hat guten Durchzug und verrichtet treu und brav seine Arbeit. Wollen wir mal hoffen bis zum Ende unserer Reise (bei RĂŒdiger leuchtete schon mal kurz ein gelbes LĂ€mpchen đŸ˜Ž).

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