Zurück an den Atlantik

Gestern Abend haben wir noch ein längeres Pläuschchen mit einem Engländer gehabt, der sehr ausgiebig von seinen Mopeds und den damit verbundenen Erfahrungen plauderte. Er kam aus Dover und spielte das Versorgungsfahrzeug für seine fahrradfahrenden Freude, die in Nordportugal gestartet sind und bis Faro strampeln wollten. War schon ein witziger Kerl und erinnerte irgendwie an die irren Typen in Lasses Filmen von den Rennen auf der Isle of Man.

In der Nacht löste sich mein Schlafsack ein wenig auf, so dass ich am Morgen in einem neuen Federkleid erwachte ??. Also war Nähstunde angesagt. Doch dann fuhren wir doch noch los.

Dolmen bei Almendre

Zuerst schauen wir uns noch in der Nähe von Evora vorzeitliche Dolmen an. Die Stätte bei Almendre soll eine der ältesten Dolmenansammlungen in Portugal sein und ist ca. 10.000 Jahre alt.

Die Strecke dorthin entpuppte sich als kleine Sandpiste, aber mit unseren tollen Bikes alles kein Problem.

Größenvergleich Dolmen

Von den Dolmen sind wir über Mora nach Abrantes gefahren. Straßen und Landschaften luden schon zum entspannten Fahren ein (es ging nur geradeaus ?).

Korkeichen

Die Landschaft wechselte zwischen großflächigen Weiden mit Schaf- oder Rinderherden und Wäldern mit Korkeichen. Dazwischen schon abgeerntete Getreidefelder und hin und wieder auch mal Olivenbäume, aber deutlich größer und älter als in Spanien.

Storch mit Nachwuchs

Und nicht zu vergessen die Störche. Auch heute wieder an jeder Ecke in der sich nisten lässt und ausreichend Futter zu finden ist gab es Storchennester en masse. Und bei vielen schaute der Nachwuchs über die Nestkannte.

Irgendwann machte sich der Kaffeedurst bemerkbar und Birgitt steuerte ein Café am Straßenrand an. War so eine einheimische “Spelunke”, aber mit Birgitts Französisch-Kenntnissen habe wir ein Kaffee, ein Sandwich und ein Sweety bekommen.

Noch ein Wort zu den Straßen. Es waren keine kurvenreichen Strecken, aber die Landschaft hatte eher einen Wellen-Charakter und in Straßen schlängelten sich da einfach durch. Und durch den sehr geringen Straßenverkehr (auf der Strecke bis Abrantes haben wir mehr Radfahrer als Autos gesehen) war es ein sehr geruhsames Fahren und wir konnten die Landschaft sehr genießen.

Blick auf Ortschaft auf Hügel

Immer wieder mal tauchte eine typische Ortschaft auf, Mitten auf einem Hügel ein Ort mit weißen Häusern und einem prägendem Bauwerk (Kirche, Burg, o.ä.) in der Mitte.

Es ist aber schon auffällig, dass es doch sichtbar viele Häuser gibt, mitunter sehr eindrucksvolle Bauten, die einfach verfallen, leer stehen oder zum Verkauf stehen. Dies gilt auch für Werksanlagen, die am Rande von Ortschaften zu finden sind, aber einfach vor sich hin rotten.

Hinter Abrantes änderte sich die Landschaft. Wir kamen näher an die Küste und die Ortschaften wechselten sich häufiger ab. Es wurde leicht hügeliger scheinbar wurde hier aufgeforstet, da ganze Landstriche mit Nadelbäumen bepflanzt war, die aber exakt in Reih und Glied standen.

In der Meernähe wurde es zusehends sandiger und die Landschaft wandelte sich in eine Dünenlandschaft. Wir erreichten unseren CP und waren doch ein wenig überrascht.

Blick vom CP Praia do Pedrogão auf die Küste

Der Platz hat den Charme einer Baustelle. Aber dafür einen Blick zum Meer? (aber nur links am Zelt vorbei, der Rest ist echt sch……).

Ach so, das Wetter. ?

Meist stark bewölkt und zwischendurch ein Nieselregen, als ob man durch eine Wolke fährt. Wenn wir so dem Wetterbericht folgen, kann man schon den Frust kriegen. Wir haben das Gefühl, wir nehmen den Regen und die kühlen Temperaturen immer mit uns. Eigentlich sollten wir zurückfahren und einfach die Sonne “hinter” uns genießen und dann straight ab nach Hause, aber so ganz wollen wir das auch nicht. ?

Die Hoffnung stirbt zuletzt …, in diesem Sinne … ?

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