Gardasee, wunderschön und schrecklich voll

Am Gardasee ist es immer wieder dasselbe. Die Landschaft ist phantastisch, das Klima mild und angenehm, eine schöne Stimmung liegt über dem See,….aber wenn ich da entlang fahre kriege ich eine Krise. Vor jedem Ort, egal auf welcher Seeseite, staut sich der Verkehr. Motorräder und Motorroller knallen von allen Seiten am Stau vorbei. Rollt der Verkehr mal, dann nur langsam, denn die Cabriofahrer wollen ihre Fahrt ja schließlich genießen und ganz schlimm sind die Porsches und andere Sportwagen,…lauter als jedes Motorrad und immer der Meinung, sie sind die Schnellsten. 🤦‍♀️ Das machen wir ihnen bestimmt nicht streitig.

Ein letzter Blick auf den Gardasee
Ein letzter Blick auf den Gardasee

Wir sind einen Teil der weniger bewohnten Westseite des Sees entlang gefahren. Die Straße verläuft hier zum großen Teil durch Tunnel, da sich die Berge oft direkt aus dem See erheben. Nur an wenigen Stellen hat man eine freie Sicht auf die Wasserfläche. Nach gut 25 km, etlichen Stauungen und Tunneln bogen wir endlich ab und es ging bergauf.

Die Strasse führt entlang am Lago Valvestino, einem Stausee. Sie klebt förmlich an den Felsen, die Kurven sind eng und unübersichtlich, da macht sich das Gepäck auf den Maschinen bemerkbar. Es erfordert schon einige Anstrengung diese Masse immer wieder auf die andere Seite zu wuchten. 😅😂

Die Anfahrt zum Monte Stino, unserem einzigen Zielpunkt heute, geht über eine kleine steile Asphaltstrasse, ist aber durchaus gut zu schaffen. Dort befindet sich eine bewirtschaftete Hütte, was wir gleich für eine Vesper nutzten, 😋 Tagliatelle mit Steinpilzen.

Nun ging es entlang am Lago d‘Idro, auch etwas voller und ein wenig Stau. Daher waren wir froh, wieder in die Berge abbiegen zu können. Auf der Strecke zwischen Bagolino und Breno bestimmen Motorräder das Strassenbild. Autos spielen hier nur eine untergeordnete Rolle, zum Glück, denn die Strasse ist schmal und kurvig. Auf dem Passo di Crocedomini, dem örtlichen Motorradtreff, halten wir kurz, beschließen aber weiterzufahren zum CP bei Edolo.

Es ist schon wieder mal recht spät geworden. Wir schaffen es nie mal rechtzeitig auf dem ausgewählten CP zu sein. Irgendetwas funkt uns immer dazwischen, sei es eine besonders schwierige Strecke, der Verkehr, das Wetter oder eben mal wieder eine Reifenpanne.

Also die letzten Kilometer schnell abgespult, ups 🙄 da ist ja noch ein 5 km langer Tunnel dazwischen…das zieht sich 🥱, und dann haben wir auch noch ein wenig Luft ergattert für Hermanns Hinterreifen. Das mit der Luft ist hier so eine Sache, die kriegt man nämlich nur ganz selten an den Tankstellen. Der Reifen hält über Nacht offensichtlich nicht dicht und heute Morgen hatte Hermann ihn einmal wieder voll aufgepumpt. Den ganzen Tag hatten wir keine Möglichkeit zu überprüfen, ob er denn wenigstens tagsüber hält und so waren wir froh, hier endlich eine Tanke mit entsprechender Ausrüstung zu finden. Morgen werden wir nach Landeck in Österreich fahren. Wir hoffen dort einen neuen Reifen für Hermann zu kriegen, auch wenn es einen Tag dauern sollte. So können wir schließlich nicht weiterfahren.

Aussicht am CP in Edolo
Aussicht am CP in Edolo

Der hier ausgesuchte CP ist ein kleiner Platz mit etlichen italienischen Dauercampern, aber auch einigen wenigen Zeltplätzen (von denen drei an deutsche Motorradfahrer vergeben sind) und einigen Bungalows. Der Platz ist terrassiert und wir haben einen sehr schönen Platz mit Blick auf die Berge. Ansonsten passt es gut, Sanitär ist einfach (Stehklos), aber sauber und zum Bier gab es in der Bar Schnittchen, Chips und Salzgebäck ,…was will man/frau mehr 😁😎👍

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