Erfahrungen mit den XRs

Was wir so peu à peu an dem Maschinen angepasst haben und welche Erfahrungen wir gesammelt haben, wollen wir auf dieser Seite festhalten.

2017:

Nach den Touren 2017 durch Spanien/Portugal und England/Schottland/Irland gab es für beide Maschinen erst einmal eine große Inspektion. Eigentlich sollte die Inspektion bei 30.000 km durchgeführt werden, aber nach Rücksprache mit dem BMW-Händler unseres Vertrauens haben wir sie auf die 40.000 km geschoben. Die Inspektion hat auch keine Besonderheiten zu Tage gebracht. Ventilspiel und Steuerzeiten waren noch in der Toleranz. Der Kettensatz war aber am Ende und natürlich wurden alle Öle und Flüssigkeiten gewechselt. Damit sind die Maschinen für die Touren in 2018 wieder fit.

Birgitts XR in Sardinien
Birgitts XR in Sardinien

Aber kleine Anekdote am Rande. Da unsere Maschinen im März 2018 aus der Gewährleistung gehen, haben wir vom BMW ein Angebot für eine Anschlussgarantie, der sogenannten “CarGarantie Bike by BMW Motorrad”, erhalten. Also wir hin zu unserem Händler um die aus unserer Sicht sinnvolle Verlängerung um zwei Jahre abzuschließen. Allerdings waren wir doch etwas überrascht, als uns diese Verlängerung nicht gewährt wurde. Begründung, unsere Kilometerleistung ist zu hoch. Da liegt doch der Schluss nahe, BMW traut ihren Maschinen wohl keine hohen Kilometerleistung zu, obwohl in dem Prospekt die Versicherung bis zu einer Kilometerleistung von 100.000 km angeboten wird. Unser Händler fand das Argument auch nicht so plausibel und erreichte beim Versicherungsgeber leider nichts. Vorschriften sind halt Vorschriften.

Wir haben dann eine Mail an den BMW-Kundendienst geschickt, mit dem Tenor, ob wir uns jetzt nach anderen Maschinen umschauen müssen, da unser Vertrauen in die Leistungsfähigkeit von BMW-Motorräder angesichts der Verweigerung der Garantieverlängerung sich in Grenzen hält. Eine Woche später hatten erhielten wir über unseren Händler die Verlängerung. Manchmal hilft eine freundliche Mail an den Kundendienst ;-).

2018:

Nach dem Winterschlaf haben wir unsere Motorräder im März 2018 wieder flott gemacht. Leider hat es Birgitts Batterie nicht “überlebt”, obwohl sie ausgebaut war und an einem Ladegerät (mit allem elektronischen Raffinessen) an einem warmen Plätzchen überwintert hat. Da meine Batterie schon letztes Jahr in Schottland ihren Betrieb einstellte (siehe hier), jetzt die von Birgitt und zeitgleich auch die Batterie von unserem Freund Rüdiger, könnte man vermuten, BMW hat hier ein Qualitätsproblem. Nach 1,5 bis 2 Jahren drei Batterien defekt, dass klingt für mich nicht normal. Aber alle Batterien wurden auf Gewährleistung ausgetauscht.

Auf unseren Reisen in 2018 gab es keine ernsthaften Schwierigkeiten. Einzig auf Sizilien stellte mein ABS immer wieder seinen Betrieb ein, sprich es schaltete sich ab. Die Werkstatt in Messina konnte den Fehler nicht finden und somit ging es denn Rest der Reise auch ohne ABS. Als Ursache stellten sich Störungen auf dem CAN-Bus (siehe unten) heraus.

Vorderradfelge Schaden VS95
Schaden Vorderradfelge

Bei Reifenwechsel im Juni (bei knapp 50.000 km) stellte mein Reifenhändler eine Delle in der Vorderradfelge fest. Da die Straßen in Sizilien und Süditalien mitunter sehr schlecht waren, hat sich vermutlich ein Schlagloch in meiner Felge “verewigt”.

Bei der im Herbst durchgeführten 60.000km-Inspektion merkte ich die deutlich hörbaren Ventil- oder Steuerkettengeräusche bei meiner Werkstatt an. Bei der Ursachenforschung stellte sich heraus, dass die Steuerkette sich über die Toleranz hinweg merklich verlängert hat. Alles neu und der Motor lief wieder schön ruhig (was bei einem XR-Motor ruhig ist 😉).

Übrigens bei Birgitts XR war außer den routinemäßigen Inspektionen, neuen Bremsbelägen und natürlich neue Reifen nicht ein Zipperlein an der Maschine 👍.

2019:

Auf den Reisen in 2019 hat es Birgitts XR hart erwischt. Im Mai musste das Lenkradschloss ausgewechselt werden. Anfang Juli trat Öl an der Zylinderkopfdeckeldichtung aus, bzw. lief in den Zündkerzenschacht um dann unter der Kappe des Zündkerzensteckers rauszuquellen. Ursache war eine defekte Zylinderkopfdeckeldichtung 😢. Hier gibt es die Beitragsnotizen.

Aber das war noch nicht das Ende. Ende Juli blieb Birgitts XR mitten auf der Straße stehen. Vorher fing die Elektronik nacheinander alle Systeme abzuschalten: ABS, Traktionskontrolle, Licht und dann sich selbst. War es wieder die Batterie? Erst einmal die Batterien getauscht (kleiner Vorteil bei identischen Maschinen) und dann mit dem Starterkabel meine XR gestartet. Weiter zur nächsten BMW-Werkstatt. Die Analyse ergab einen Totalausfall von Regler und Lichtmaschine 🤬. Und noch dazu zum Wochenende. Die erzwungenen Pause (4 Tage) in Bialystok hatte aber ihren Reiz (siehe hier).

Meine Maschine zeigte sich von ihrer besten Seite und und hatte nicht ein Zipperlein. Als Belohnung gab es eine neue Sitzbank 😆.

2020:

In 2020 hat es mit den langen Reisen aufgrund der Covid-19 Pandemie nicht geklappt, so dass es bei einigen Touren in Deutschland blieb. Allerdings stand bei meiner XR TÜV an. Und man glaubt es kaum, den bekam sie nicht. Die Abgaswerte waren zu hoch 😱. Meine Werkstatt hat sich den Wolf gesucht die Ursache zu finden. Zum Schluss war es eine Mini-Einstellschraube zur Synchronisation der Vergaser. Die Vergaser werden werksseitig synchronisiert und anschließend werden die Schräubchen verklebt. Eine hatte sich in dem Vergaser gelockert und damit zog der Motor Nebenluft und der Abgaswert stimmt nicht mehr.

Birgitts Maschine zeigte keine Merkwürdigkeiten, sie fuhr einfach 😆.

Gepäcksystem:

XR mit Koffern und Topcase
XR mit Koffern und Topcase

Umgebaut haben wir die Gepäcklösung von BMW, die in dem Tourenpaket enthalten ist. Hier haben wir uns für einen Träger- und Koffersatz von SW-Motech entschieden. Bei dem Kofferträger handelt es sich um das EVO Quick Lock System. Es ist schnell zu montieren bzw. demontieren und macht einen stabilen und robusten Eindruck. Hier wollten wir auch eine schnell montierbare Lösung, da es noch genug Tagestouren gibt und geben wird, bei denen die Kofferträger nicht nötig tun.

Die TRAX ADV-Alukoffer schienen für unser Belange die optimale Lösung zu sein, Birgitt mit 37 Litern und bei mir wurden es 45 Liter und dazu ein Topcase mit 37 Liter. Die Original BMW-Koffer passen zwar schick zur Maschine und reichen auch für eine verlängerte Wochenend-Tour, aber wenn Camping geplant ist, kriegt man das ganze Outdoor-Geraffel nicht so richtig unter. Also musste was in Richtung Alu-Boxen her und hier überzeugten uns die SW-Motech-Produkte. Die TRAX ADV-Modelle wirken durch ihre angepassten Kanten und den Kunststoffbesatz etwas schlanker und tragen bei der XR nicht so kräftig auf wie klassische Aluboxen. Aber klar ist, mit den Koffern, insbesondere bei den 45 Litern-Boxen, verliert sich die schlanke Linienführung der XR, insbesondere wenn am Ende noch ein 37 Liter Topcase thront. Hat aber den großen Vorteil, dass der im Topcase verstaute Essenskram immer schnell im Zugriff ist und wenn mal was “ausläuft”, die Klamotten nicht gleich lecker nach der Barbecue-Soße schnuppern.

Anpassung Bordnetz:

Wer heute unterwegs ist, nimmt schon eine Reihe von elektrischen Geräten mit, die einem die Kommunikation mit den Lieben daheim ermöglicht, die Eindrücke auf Fotos festhalten und natürlich möchte man auch einen Blog von unterwegs schreiben ;-).
Und da die Akku-Kapazität dieser kleinen Helferlein endlich ist, müssen wie Teile wieder aufgeladen werden. Ein Smartphone lässt sich noch problemlos via USB-Adapter abends über die Bordsteckdose aufladen, ohne das anschließend die Starterbatterie schlapp macht. Bei einem Laptop mit 60 bis 90 Watt Leistung kann es schon etwas enger werden.

Daher war die Idee, das Laptop nur zur Laden wenn der Motor läuft. Zu diesem Zweck haben wir einen Batteriewächter eingebaut, der die Ladebuchse nur mit Spannung versorgt, wenn das Bordnetz über 13 Volt liegt. Zu diesem Zweck haben wir einen abgesicherten Anschluss von der Starterbatterie ins Topcase gelegt und dort den Batteriewächter inkl. der Steckdosen verlegt. Somit können wir das Laptop (und auch andere Verbraucher) problemlos während der Fahrt aufladen und wenn wir mal einen längeren Halt einlegen, laufen wir nicht Gefahr, ein Verbraucher lutscht die Batterie leer.

Nachtrag: Leider hat sich diese Lösung als nicht so optimal erwiesen. Zum einen wurde der Akku vom Laptop leer gelutscht und zum anderen hat meine Starterbatterie einen Knacks bekommen, so dass mehrmals per Starthilfekabel nachgeholfen werden musste. Zu guter Letzt hat sie dann in England ihren Geist völlig aufgegeben, so dass wir in York in die Werkstatt mussten. Außerdem hat sich herausgestellt, dass der CAN-Bus der XR etwas empfindlich auf elektrische Zusatzaggregate reagiert (die direkt an der Batterie angeschlossen sind). In meinem Fall fing das ABS an rumzuspinnen (in akribischer Kleinarbeit hat meine Werkstatt dann den Fehler gefunden).

Um aber unsere elektronischen Gerätschaften doch versorgen und/oder aufladen zu können, haben wir uns ein passendes Verlängerungskabel gebastelt, um die Versorgung aus den Campingplatz-Steckdosen (CEE Adapter) sicher zu stellen. Zugegeben, es ist nicht ganz normgerecht, aber wir können nun nicht die übliche Kabeltrommel aus dem Wohnmobilbereich mitnehmen 😉.

Weitere kleine Helferlein:

Mini Auto-Luftpumpe:

GHB-Mini-Luftpumpe
GHB-Mini-Luftpumpe

Aufgrund meiner “Reifenprobleme” in den Touren Spanien/Portugal und England/Schottland/Irland hat sich zwar ein Pannenset mit Reibe, Ahle und Klebesticks bewährt, aber mit den CO2-Kartuschen kommt man nicht so weit. Deshalb haben wir uns eine Mini Auto-Luftpumpe von der Firma GHB beschafft. Das Teil hat die Maße einer 0,5 Liter Wasserflasche und mit einer Akkuladung schafft man schon einen Hinterreifen auf seine 2,9 bar aufzupumpen. 2017 in England hat sich die kleine Pumpe schon bewährt, wobei ich mal hoffe, bei unseren weiteren Touren sie ganz unten im Koffer liegen lassen zu können.

Werkzeugbox:

Auf Touren kommt man um ein Basisset von Werkzeug nicht herum. Mindestens beim Kette spannen fängt es an und hier und da rüttelt sich auch mal ein Teil locker. Aber wohin mit dem ganzen Kram. Klar findet sich im Koffer immer ein Plätzchen, aber dann klappert es immer fröhlich in den Aluboxen vor sich hin. Uns hat daher die Lösung von SW-Motech gefallen. SW-Motech bietet eine zylindrische Werkzeugbox (Innenmaße: 29 x 8 cm) an, die an der Innenseite des Kofferträgers angeschraubt werden kann. Wir haben gleich zwei Boxen verbaut und damit das Werkzeug gut verstaut. Übrigens passt in die Box auch eine Flasche Pastis, wie uns unser Freund Rüdiger verkündete ;-).

Kettenoiler:

Als eine der ersten Maßnahmen nach dem Kauf der Maschinen war der Einbau eines Kettenoilers. Auf den Reisen ständig Kettenspray dabei zu haben und Abends die Kette ölen war nun nicht das Thema nah dem wir uns sennten. Also recherchiert und als Ergebnis kam der Kettenoiler von CLS zum Einsatz.

Der Einbau ist etwas aufwendig, aber alle Teile sind dabei und die Beschreibung ist sehr umfangreich. Wem die Info nicht reicht, der findet auf YouTube genug Clips mit detaillierten Tipps.

Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Der Oiler verrichtet seine Arbeit ohne Probleme und nach unserem Eindruck erhöht sich auch die Kettenlaufleistung. Mit einem Kettensatz kommen wir auf über 40.000 km.