Im Tal der Tempel

Unser Platz in San Leone

Als wir gestern Abend nach unseren Bummel an der Promenade von San Leone am CP ankamen, ergab sich noch ein längeres Plauderstündchen mit unseren Zeltnachbarn Sylvia und Michele (Sizilianer, aufgewachsen und lebt im Schwabenland). Irgendwann nach Mitternacht trieb es uns dann doch in die Schlafsäcke.

Heute stand nur das Tal der Tempel auf der Tagesordnung – hört sich toll an, war es auch ?.

Die Anlage, natürlich UNESCO-Weltkulturerbe, liegt unterhalb der Stadt Agrigent und wurde von den Griechen im 6. Jh. v. Chr. als Stadt mit dem Namen Akragas gegründet. Sie wurde schnell eine der mächtigsten und reichsten Städte in der Antike, in der über 20.000 Menschen lebten (viertgrößte Stadt der damals bekannten Welt). Die Macht und der Reichtum sollte sich auch in den Tempeln widerspiegelt, also wurden die größten Tempel außerhalb Griechenlands in der Zeit 500 Jh. v. Chr. gebaut. 

Wie die Geschichte aber so spielt, Macht und Reichtum lockt neidische Nachbarn an und so war es auch hier. Erst ging es mit den Karthagern zu Felde, die 406 v. Chr. die Stadt eroberten. Danach kamen die Römer (Thema Punische Kriege) und brachten die Stadt 210 v. Chr. unter ihre Herrschaft. Damit endete die glorreiche Zeit dieser Anlage. Allerdings überdauerten einige Tempel die Wirren der Zeit und wurden ab dem 18. Jahrh. langsam restauriert. Wer mehr über diese Anlage und deren über 2.500 Jahren alte Geschichte wissen möchte der kann sich hier umfangreich informieren.

Blick von der alten Stadtmauer ins Hinterland
Blick von der alten Stadtmauer ins Hinterland

Heute bietet sich dem Besucher eine sehr gepflegte Anlage die sich über eine Länge von über 2 km hinzieht, also wandert man schon mal 4 km durch die Ruinen. Warum? Wir haben im Westeingang geparkt, also erst einmal zum Osteingang und dann wieder zurück zum Westeingang. 

Es ließ  sich aber gut wandern, da immer eine leichte erfrischende Brise vom Meer her wehte und damit war es bei strahlendem Himmel nicht zu heiß. Übrigens Tal der Tempel klingt etwas irreführend, da es um einen kleinen Höhenzug unterhalb der Stadt Arigento handelt.

Trümmerfeld Tempio di Zeus Olympios
Trümmerfeld Tempio di Zeus Olympios

Nun lässt sich zu den Tempeln jede Menge schreiben, aber vielleicht reichen hier auch die Bilder. Neben den noch (teilweise) stehenden Tempeln hat uns die Anlage des „Tempio di Zeus Olympios“ schon beeindruckt, auch wenn es nur noch ein Trümmerfeld ist, aber diese lassen die beachtlichen Ausmaße der Anlage erkennen. Er wurde um 480 v. Chr. gebaut und war der größte Tempel im dorischen Stil der damaligen Welt. Auf seinem Altar konnten bis zu 100 Stiere als Opfer dargebracht werden.

Beim Durchstreifen der Anlage haben wir dann auch unsere schweizerischen Camper-Bekannte wieder getroffen, mit denen wir schon auf den beiden letzten CPs geplaudert haben.

Aussicht vom Tal der Tempel in Richtung San Leone
Aussicht vom Tal der Tempel in Richtung San Leone

Nach vier Stunden war dann die Grenze unserer Aufnahmekapazität erreicht ? und wir fuhren in San Leone erst einmal an die Strandpromenade und gönnten uns einen schönen Cappuccino.

Zurück am Campingplatz noch die Sonne genossen. Den Kampf mit der Dusche und den nervigen Duschmarken und Duschautomaten habe ich entnervt ? aufgegeben. Du stehst nackig in der Dusche und die Münze verschwindet im Automaten und es kommt kein Wasser – oh wie nerven mich diese doofen Automaten.

Also muss der Rotwein her um den Abend noch vergnüglich enden zu lassen ?.

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