Neuer Anlauf zur Pässetour

Das Wetter gestern war schon durchwachsen, aber zum Abend zog über den See eine sonnige Front auf, die schon beeindruckend aussah (siehe Titelbild).

Heute morgen starten wir mit Sonne in den Tag. Das Einpacken dauerte etwas länger als sonst, da sich über die Tage die „Unordnung“ durch die vielen Sachen, die mehr ausgepackt werden, erhöht hat. Man kann auch sagen, die Entropie des Camping-Systems nimmt zu 😉 und muss durch Zuführung von Energie wieder in einen geordneten Zustand überführt werden 😁.

Nach dem Bezahlen der Gebühr am CP am Lago d‘ Iseo, was uns leider die Barschaft kostete, da das Kartenlesegerät beharrlich alle Karten von mir und Birgitt verweigerte, ging es endlich wieder auf Tour.

Allerdings nur 500 Meter weit. Meine Gabel bzw. Lenker waren mächtig verzogen. So konnte ich nicht fahren. Was war passiert?

Gestern Nachmittag, nach unserem Bummel durch Iseo, hatte ich meine Maschine am CP auf den Hauptständer gestellt. Tja, leider war durch den Regen der Boden stärker aufgeweicht als ich dachte, so dass die Maschine auf einmal umfiel. Fazit: rechter Koffer eingedellt und wie üblich war der Blinker rausgebrochen. Mehr viel uns nicht auf. Bis nach dem Losfahren heute morgen 🤭. 

Also mit dem eigenen Bordwerkzeug die obere und untere Gabelbrücke gelöst, in der Hoffnung, die Holme ziehen sich wieder hin. Haben sie auch zu 90% gemacht. Die Maschine kippt nun nach links etwas instabiler, spürbar bei besonders engen Kehren. Aber geht noch alles und ist kontrollierbar.

Auffällige Kapelle in Mosnico
Auffällige Kapelle in Mosnico

Also mit etwas Verzögerung zu unserem ersten Pass gestartet. Zuerst ging es am Lago d‘ Iseo südwärts und dann in Richtung Bergamo. In dieser Region folgte Ort auf Ort, so dass wir 70-80 km quasi nur durch Orte fuhren. Hinter Bergamo ging es Richtung Lecco, dem südlichen Ende des Lago di Como. Ab da ging es in die Berge in die Nähe des Ortes Premana. Unser Ziel, der Alpe Giumello, lag am Ende einer Stichstraße und bot eine eindrucksvolle Aussicht über den Comer See. Die Straße selbst bot eine Menge Kehren, war aber mehr ein Acker als eine Straße (war aber asphaltiert). 

Wieder runter „gehoppelt“ versuchen wir in Varenna am Comer See eine Fähre nach Menaggio zu buchen. Hier hatte Birgitt Ausdauer bewiesen und es in dem Chaos am Ticketschalter tatsächlich hinbekommen zwei Karten zu lösen. Und was für ein Glück, die Fähre fuhr in sieben Minuten los. Also schnell in die Schlange gestellt. Die Ent- und Beladung der Fähre glich einem Hühnerhaufen, aber am Ende standen wir als Letzte auf der Fähre. 

Nach ca. 20 Minuten legten wir in Menaggio an und fuhren den Comer See in südwestlicher Richtung, unserem nächsten Passes entgegen. Die Auffahrt zum Sighignola ging über schmale Straßen und enge Kehren und endete schon an einem eindrucksvollen Punkt. Er bot eine fantastische Aussicht über den Luganer See und die Stadt Lugano. Da der Aussichtspunkt noch zu Italien gehört und quasi 10 Meter weiter die Schweiz beginnt, hat der Punkt auch die Bezeichnung „Balcone d‘ Italia“.

Rundblick am Balcone d’ Italia auf den Lago di Lugano

Die Abfahrt vom Balkon zum Luganer See „erfreute“ uns mit extrem kleinen Kehren, von denen ich gedacht habe, so könne man keine Straße bauen. Aber die Schweizer können’s. Über eine Brücke über den Luganer See ging es, vorbei an der Stadt Lugano, rüber nach Luino am Ostufer des Lago Maggiore. Leider waren alle CPs in dem größeren Umfeld von Luino „completto“. Die nächsten Plätze gab es erst auf der Westseite des Sees, sprich irgendwas von 50 km im Abendverkehr um den See 😕. Da es schon nach 18 Uhr war, entschlossen wir uns ein paar Kilometer zurück in die Schweiz zu fahren. Auf dem CP Tresiana fanden wir dann ein Plätzchen.

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